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Blüte der ritterlichen Lyrik nnd Epopöe.
sind doch eben Handlungen, deren Anfang Mitte und Ende, deren Ent-stehung und Fortbildung so verfolgt wird, daß alle einzelnen Ereignisseeinfach und nvthwcndig auseinander entspringen, daß Weniges vonäußerer Maschinerie, nichts von Willkür des Dichters, nichts von seinerBetrachtung oder seiner Empfindung erscheint, daß Alles, jeder Umstand,jede Begebenheit, jede Verschlingung und Lösung aus den handelndenCharakteren und aus dem Gegenstände selbst fließt. Mit dem griechischenEpos verglichen führt uns das Gedicht mehr ans unser Inneres, ver-glichen mit dem ritterlichen führt es uns aus uns heraus. Gegen dasAntike wirkt es mehr aus die Empfindung, gegen das Ritterliche aus diePhantasie. Gegen das Alte verliert es an Fülle der Gestalten und anReichthum der Verhältnisse, worin es gegen das Romantische gewinnt.Gegen jenes steht cs an reicher Menschenkcnntniß eben so im Schattenwie gegen dieses im Licht. Dem Homer gegenüber schadet ihm dieHeroeufitte, die roher und nicht so gleichmäßig gebildet ist, wie dieachäische, den britischen Romanen gegenüber wird es dadurch gehoben,weil sich gegen die verfeinerte Rohheit dort die gute Einfachheit der Na-tur zeigt. Weder ist die menschlich reine Natur der Achäer noch die Wun-derlichkeit der Tafelrunder hier; weder die Luftgestaltcn der bretaguischcnGedichte noch die festen Formen der Griechen; weder die kleinlichen Ver-hältnisse jener, noch der gewaltige Umfang der Verhältnisse bei diesen;weder die historische Helle hier, noch der undurchdringliche Nebel dort.Wir folgen nicht einem einzelnen Helden, der uns ein dürftiges Interesseabgewinut, durch Begebenheiten, die durch Sonderbarkeit und Frcmd-artigkeit reizen wollen, sondern wir stehen, wie es das ächte Epos ver-langt, in einer Welt von Menschen, die nicht die Minne bewegt, sondernder Zwang der Verhältnisse, die nicht mit Grillen im Kampfe liegen,sondern mit dem Schicksal, die nicht blind in Abenteuer stürzen, sondernin ein großartiges Verhänguiß von einer außer ihnen liegenden Gewaltgestürzt werden. Hätten wir das alte Gedicht übrig, in dem jener Fluchauf dem Nibelungenhorte ruht, so würden wir noch bestimmter das ausdem Dunkel treffende Schicksal der Alten erkennen, das jetzt in unserenTerten mehr in den handelnden Personen selbst liegt, obwohl wieder, wiewir sehen werden, sehr merklich verschieden von der Art, wie auch Par-zival sein eignes Geschick mit sich trägt. Bei Homer erscheinen die Fi-guren, die gleichsam die Träger des Schicksals sind, eine Helena undParis, mehr im Hintergründe, aber Kriemhildc und Hagen stechen hiergerade hervor vor den Andern. Sic reißen durch Eigenwillen sich nndFreunde und Feinde in das Verderben, und wie ihre Handlungen den