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Blüte der ritterlichen Lyrik und Epopöe.
noch in das 12. Jahrh. gehören, haben wir einen Meister Spcr-vogel, wahrscheinlich bürgerlichen Standes, der an der Spitze unsererGnomiker erscheint. Er hat, in formeller Beziehung zwischen Spruchund Lied noch nicht so wie Walther unterscheidend, eine kleine Reihe vonSpruchgcdichten über allerhand häusliche und öffentliche Tugenden undGebrechen, voll gesunder Natur, gedichtet, die sich fruchtbar weiter bilde-ten, aus denen die Gattungen von Sprüchen, Beispielen und Fabeln sichentwickelten, mit denen wir zur mehr bürgerlichen Dichtung übergehen.Diesem Zweige Anschn, der ganzen lehrhaften Dichtung die mächtigstenAnstöße für lange Zeit zu geben, war Niemand geeigneter, als Walther,an den sich nachher einer der ersten Spruchdichter, Neinmar von Zweier,nur mit geänderter Manier und Geschmack anschließt, auf den die Lehr-dichter wie Thomasin sich dem Geist und der Sinnesart nach beziehe»,an den der Freibank so angelehnt ist, daß Wilhelm Grimm vermuthctc,die Sammlung von Sprüchen unter diesem Titel rühre von Walther her.Ec hatte in Oesterreich singen und sagen gelernt, und war dort wahr-scheinlich auch geboren; von seinen weiten Fahrten zwischen Seine undMur, zwischen Trave und Po kehrte er wenigstens dorthin am liebstenzurück; hier war der kunstsinnige Friedrich der Katholische (ff I l 08) seinerster, schwer betrauerter Gönner; und neulich ist aus zwei räthsclhaftenGedichten (lOl, 23. 35, 17) vcrmuthet worden^), daß Leopold VI.bei seinem Krcnzzuge (1217— 1i>) ihm den undankbaren Auftrag zurück-gelassen habe, einen seiner nngerathencn Söhne zu erziehen. Wie beidiesem Geschäfte, so hatte Walther auch in seinem Dienste und Verdiensteum die schwachen Kaiser Philipp und Otto IV. kein Glück und keinenDank; dies z» dem öffentlichen Unglück, daö Gefühl der eignen Haus-losigkeit und der Gram über die Zerrissenheit dcö Vaterlandes gab seinerDichtung eine ernste, zuwcilenselbstherbeFärbung, zugleich aber auch jeneTiefe und Weite, die sie so auözcichnet. Dem ganzen Eindrücke nach, denWalthers Dichtung macht, erscheint dieser Mann nur in einer allgemeinenAehnlichkeit mit den übrigen Minnesingern, vor denen ihn auch Gottfriedvon Straßburgnächst dem Hagcnaner als die Meisterin aller lcben-
308) Von Karajan, Sitzungsberichte der k. k. Akademie der Wissenschaften vomI. Ort. I8SI.
30S) Tristan 121, 3» ff.
verleitet NN die Neben sebar?rver rviset dir Kesinde? ieb rvmne ick si rvoi vinde,diu die banicre viieren sol: in meisterinne Iran er rvvl,diu von der VoZeNveide. bei rvie diu über beide