Kreuzzüge.
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mit dcm Absolutismus, der sich im Anfänge ins Hciligcngcwand zu klei-den wußte, als daß die religiösen Beweggründe fortwährend hätten dieleitenden bleiben sollen. Nun glitt allmählig dieRitterwelt in das Irdischeherüber. Die Könige wollten, wie Friedrich II-, bald das heilige Land be-sitzen, nicht blos befreien; sie wollten ritterlichen Ruhm erwerben, wie Ri-chard, nicht christlichen; bald kam cs ihnen aufdicGunst ihrerDame mehran, als aufdie der heiligen Jungfrau; sic zogen geputzt und geschmückt in dasMorgenland, und vergebens hatte der heilige Bernhard gegen den Lurusder Ritterschaft geeifert. Bereits waren die Frauen in den Turnierenzur Thcilnahmc an den Waffcnthaten der Männer, gekommen; so frommeKriegszüge erregten ihre Begeisterung; die Gräfin Adele von BloiSschickte ihren Gatten, der vor der Eroberung Jerusalems unter Gottfriednach Hanse zurückkehrte, zurück und der Beschämte fand nachher imtapferen Kampfe einen rühmlichen Tod. Der Cultnö der Jungfrau Mariawar unter den ersten Pilgerzügcn zur Blüte gekommen, sie galt als dieSchützern: derselben, und wo Kirchen entstanden, entstanden sie ihr zuEhren. Dies wirkte mit zu dem romantischen Frauendienste, der jetzt an-sängt, den Gottesdienst in den Hintergrund zu schieben. Jenes christlicheRitterthum zieht sich allmählig aus den: Leben weg in die Wünsche undIdeale einzelner Frommer, und die schöne Innigkeit, welche der erste An-flug der Begeisterung im Ganzen, und nachher in den Ursprüngen derJohanniter- und Tcmpclordcn zeigte, fand in der Dichtkunst Zuflucht,als sie ans den: Leben verbannt ward.
Auch in dieser neuen Richtung zeigte sich die Stärke, das Feuer unddie Verschwendung der Empfindung in nicht minderer Größe als früher,da das Gcmüth noch ganz von der Religion erfüllt war. Dabei ist eineBemerkung sehr auffallend. Die Deutschen theilten weder in: Anfängenoch nachher die religiöse Schwärmerei der Franzosen. Die ersten Kreuz-fahrer verspotteten sie. Den Kaiser Konrad mußte Bernhard von Clair-vanr ganz förmlich überfallen, um ihn znn: Zug zu bewegen, und gleichhernach haben die deutschen Kaiser ganz weltliche Absichten bei ihrenWallfahrten. An: spätesten hatten die Kreuzzüge hier begonnen und hör-ten an: frühesten hier auf; die Wärme dafür war überhaupt, scheint es,wenig über die Grenze gekommen, und die ganze Christenheit seandalisirtesich über die Art, wie Friedrich II. diese heilige Sache behandelte. Alleinder Religiosität inDcutschland thatdiese nrangclndeBegcisterung so wenigEintrag, als ihr vielmehr der wirkliche Eifer in Frankreich Eintrag that,wo die.Troubadours schon der Pilgerzüge spotteten, als die deutschenMinnesänger aufs innigste sich ihrer annahmen. Gerade umgekehrt auf