Druckschrift 
1 (1853)
Entstehung
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Reinharl Fuchs.

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der keine inneren Grundsätze kennt, und nicht einmal des gemeinenschlechten Menschen, sondern des Menschen wie er gemeinhin seinwürde, wenn man ihm, was Verborgenheit und der Firniß der Welt,was die Schule oder Predigt von schönen Worten an ihm hängenließ, abstrcifcn könnte. Der Fuchs erscheint dabei mit der Ueber-legcnhcit seines sanguinischen Temperaments und seiner Gewandtheitmehr nach dem Schlechten geneigt, und ist das thätigc Prineip in diesemKreise, der Wolf und die Anderen erscheinen dann mit ihrer Beschränkt-heit und Passivität im nothwcndigen Nachthcil. Dies Alles ist in derWelt der Menschen leider nicht anders , und wenn das die Leser auf denersten Augenblick nicht zugeben wollen, indem sie der Eingebung ihrerGefühle Gehör geben, so mögen sic beachten, ob sie sich nicht von Fol-gendem irre leiten lassen. In der wirklichen Welt erscheint einmal alleVerderbtheit in einem viel milderen Lichte, weil namentlich das Christen-thum die Kunst allzugut verstehen machte, die Blößen zu bedecken, undweil überhaupt das neuere getheiltc Leben und die große Bevölkerungeine Ocffcntlichkcit des Privatlebens nicht in der Art.möglich machte wieim Altcrthum; und dann empört alles Schlechte, das wir von Menschenan Menschen verübt sehen, uns als Mensch wieder, selbst wenn wir gernefähig wären unter Umständen das Nämliche zu thun, und in unsererLeidenschaft dünken wir uns dann besser als wir sind; nicht ganz mitUnrecht, denn das Mitleid ist in der That eine reiche Quelle unsererschöneren Handlungen. Allein hier in dieser Thierwclt wird, wie Lcssingin Bezug auf die Fabel sehr schön gesagt hat, unsere Leidenschaft garnicht oder wenig erregt, unser Mitleid kommt nicht ins Spiel, unser Ab-scheu auch nicht, denn Jeder wird sich ertappen, daß er für den BösewichtReinhart Partei nimmt. Ja in der Geschichte geht es uns leicht so, daßuns überlegene kräftige Charaktere fesseln, die wir in der Gegenwart,,wenn unS ihre Grausamkeit näher treffen könnte, verabscheuen würden;unser Gefallen an kühnen Räubern fließt aus dieser Quelle der Bewun-derung dcö Starken, Ueberlegcnen und Klugen, wenn cS auch oft dasSchlechte ist. Wir treffen also in unserem Inneren den Grund, auf dendieses ganze Gemälde gezogen ist; wir nehmen den Eindruck, den esmacht oder zu machen fähig ist, darum ganz auf; wir nehmen ihn ganzungetrübt auf, weil keine vereinzelte Empfindung gewaltsam rege ge-macht wird,- weil die Schicksale der Handelnden unser Gcmüth nicht soberühren, als wenn wir handelnde Menschen in diesen Zuständen sähen.Und hier tritt wieder von einer andern Seite die Thorhcit heraus, die indem Einführen von Menschen als mithandelnden Personen in die Thier-