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1 (1853)
Entstehung
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Spuren der ältesten Dichtung

knüpft cm den großen Kreis der Nibelungensagc, mit der sie in keinemursprünglichen Verbände, gewesen sein konnte. Jörmunrek wirbt in dernordischen Sage durch seinen Sohn Randver um Svanhild. Ein treu-loser Begleiter, Bieri, verleitet den Sohn, die Geworbene selbst zu be-halten und Jörmunrek läßt dafür den Randver tödten und die Svanhildvon Pferden zertreten. Ihre Brüder Sörli und Hamdir verstümmeln ihnzur Rache. Die Sage fügt hier die abcnthencrlichstcn und härtesten Zügenamentlich diesem Rachcversuchc der Brüder hinzu, die Jornandeö schwer-lich kannte, so wie auch die Anknüpfung an den Kreis des Sigurd be-weist, wie bedeutend die ursprüngliche Erzählung in der nordischen Dar-stellung gelitten hatte. Wir werden es aber mehrfach bestätigt finden,daß der Norden Alles gerne ins Grausame, Gchcimnißvollc und Rätsel-hafte zieht, was in Deutschland weit mehr im Kreis der Wahrscheinlich-keit und historischen Helle liegt. Hier ist es ganz charakteristisch, daß inder Volsungasaga Randver vor seiner Hinrichtung seinem Vater einengerupften Habicht schickt, um ihm anzndcuten, daß er nun sich aller Ehreberaubt habe. So sind die zwei rächenden Brüder erst einem DrittenNamens Erp gesellt; sic fragen ihn unterwegs, ans welche Weise erihnen helfen wolle, er antwortet: wie die Hand der Hand und der Fußdem Fuße. Erzürnt über diese Antwort, die sie für eine ausweichendenehmen, tödten sie ihn; als sie aber bald darauf beide ausglcitcn undder Eine sich mit der Hand, der andere mit dem Fuße stützt, verstandensie bereuend seine Rede. Aehnlichc Unterscheidungszeichen zwischen deut-scher und nordischcrDichtung werden sich weiterhin mehrere bieten. DieseEine Erzählung ist kein kleiner Beweis für den deutschen Ursprung der irrSeandinavien und Deutschland zugleich vorfindlichen Sage. Auf dieseFrage in einer Geschichte, die sich lediglich mit dem Charakter der Dich-tungen, nicht der Hcimath der Sagen beschäftigen will, näher einzngchen,ist kein Anlaß; doch drängt sich die Bemerkung ans, daß man allzuvieleMittel aufgeboten hat, um sic zu beantworten und daß man sich dieSache nur erschwerte. In den Zeiten, wo die Dialekte sich noch vielnäher standen, wo es auch auf das genaue Verständlich jedes Wortes imLiede nicht Jedem ankam, wo Alfred im dänischen Lager, und Anlaf imangelsächsischen und ein nicdersächsischcr Sänger in Dänemark singenkonnten, wo dazu die Völker bis zu Theodorichs Zeit in so weiter Ver-bindung standen, daß Acsthier dem gothischcn Könige Geschenke bis nachItalien schickten, wie viel hundert Male kann da geschehen sein, daß einniederdeutscher Harfner dänischen Fürsten sang, wa,s nur ein, zwei Malgeschehen durfte, um uus das ganze Verhältniß zu erklären, da man die