Druckschrift 
2 (1853)
Entstehung
Seite
186
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18 (i Serfall bev vittcvf. ©idjtung u. Ucfcergang jur QSotf^oejic.

wieber giitjumadjcn 24 ' 7 ). 3u bcr Stntburger Slfromf, bie eben btcfcn3ug erjagt, ftef)t man, aber leibet nur aub fangen Anfängen bcr Siebet,bie fte ernannt, baß fcf)on in biefen 3eiten bet Sott beb üDfütiteltebeb inbeit beb fpÄteren Solfbltebcb überfbielt, aber bod) nod) »orljerrfdjt, ob=gleich fdjoit bet SBolfbgefang ftd) btcfer and) bon (Rittern aubgefjenbenSBetfen allgemein bemäd)tigte. SDian fiel)t and bcn berfduebctten ©teilenbiefer ©frontf, bie ftd) mit beut ©efaitge befd)dftigen, unb bie mit nid)tmxSjnjielgen braudjen, ba fte bott Sefftng, gorfel, JRofcnlrauj u. 91. fdjoitmitgetfjeilt finb, baß fomof)l bet bidjtenbe Siitter fd)on bott Solfbtoitftd) fügte, alb and) bet bid)tenbc ÜDföndj bett Sion beb äRtuneliebcbtraf 248 ); unb bteb öperablaffett ritterlidjer 2)id)ter jum Solfbtone unbbab fptitaufftrcbett gctberblid)er ©äuget uad) bem alten Dtittcrton freujtftd) alfo im Sieb wie in beit größeren Sichtungen, ebenfo wie int wirf*lid)eu Seben bet Satter jum (Sbelfnedjte, bet Diitter sunt Stäuber warb,bet Sitrger burd) @f)ebetbtnbuitgen mit 9iittettöd)teru nod) 9(nfel)ii unbSBittbe, bet (Ritter burd) Dtbeitbberbiitbung mit jebettt gemeinen Stäuberitad)9)?ad)t unb ©cwalt ftrebte, bis ftd) bann berSürgerfianb aßmäl)(id)fo in bet Stteratur feftigte, baß er feine eigenen 3uftäitbc ad)teit unb be*fingen (ernte, wie er and) ben (Reidfeit unb burd) ritterliche grauen »or=nef)in geworbenen (Bürgern ju oerbieten anfing, ftd) bon ber 3 llI1 ft ;genoffenfcEjaft lobjufageu.

Stefem @d)Wattfen ber äußeren 3uftänbe beb Sebenb gleicht itid)tnur bie Sage ber Sichtung in fetter 3 e it/ ba fte, wie wir f elfen, bott benöpöfen »erbrängt unb in förmliche @d)ulen ber SJteifterfängcr nod) nichtaufgenonintett war, fottbern aud) bie innere Sefd)affeitf)ett beb ©efangSfprid)t btefe 3wieff)ä(tigfcit » ortrefflid) aub.

Sieb lernt man aut beften unb ttt hiureidfenber gitlle aub bemStebetbud)e, bab bon Gflara öpäßlerin 249 ) ttt Slugbburg, einer

247) Fasti Limpurgenses ed. Heidelb. 1619. p. 11.

248) S'benb, @p. 36. Zu disser zeit, 5 oder 6 jahr davor, war auf dem Maynein müncli Barfüsser Ordens, der ward von den liilen aussätzig und war nit rein.Der machte die besten lieder und reiben in der weit vou gedieht und melodeyen,dass im niemand auf Reinesstrom oder in dissen landen wol gleichen mochte,und was er sung das sungen die leut alle gern und alle meister pfiffen und anderespielleut fürten den gesang und das gedieht. Er sang diess lied :Ich bin auss-gezehlet, man weisset mich armen vor die thür, untrew ich spür nun zu allenZeiten. Item: ,, Mai Mai Mai die wunnegliche zeit, mennigliche freude geit,ohn mir, wer mainte das? Item :der Untrew ist mit mir gespielt etc.

249) ^ictaudg. v>. G. §altaud, Clutbl. 1840. 3n SJteufebacßd 33üd)crfammhing