Dritter 431
an ihrer Rettung verzweifelnd, ihre Waffen zur Erde warfen unddurch das Ausstrecken der leeren Hände ankündigten, daß sie umFrieden bäten.
„Und in der That erschien hierauf der Ober-Alcaide oderGouverneur des Platzes und schloß mit den Unfern einen Vertragab. wonach wir all das goldene und silberne Geräth und Ge-schmeide. das sie besaßen, erhalten sollten, sowie daß der KönigBesitz von der Stadt, ihren Bewohnern und dem zugehörigenLande ergreife. — So erlangten wir diesen mehr durch GottesBeistand als durch menschliche Kraft errungenen Sieg nach einerBelagerung, die zweihundertfunfzehntausend Mauren dahingeraffthatte, am Tage der eilftausend Jungfrauen."
(Portugies. Uebersetzung des lat. Briefes vonBischofArnulfus.geschrieben an den Bischof von Terona. Milon 1147.)
Strophe 63.
„Sieh dort die edle Stadt, berühmt als VesteIm Alterthum, SertoriuS' Sitz, des Kühnen,
Wo noch die Silberfluthen spiegeln ResteDer einstigen Macht, als deren Zeugen dienenViel hundert Bogen alter Prachtpaläste,
Die weit in'S Land so stolz und herrlich schienen. —Giraldo, jenem listig tapfern Degen,
Ist sie nach hartem Kampfe doch erlegen."
(Fonseca.) „Als Giraldo sein Schloß verließ, entdeckte erseinen Begleitern den Plan, welchen er auszuführen gedachte, umdie Stadt Evora zu bezwingen. Er befahl ihnen, daß sie ihn ineinem Gebüsch erwarten sollten, während er, ohne irgendwelchesGeleit oder Unterstützung, den Versuch wagen wolle, die Wacheneines Wachtthurmcs zu überfallen, dessen Ruinen man heute nochauf den Hügel Sanct Bento gewahrt. Hier befand sich nämlichals Wächter ein Maure mit seiner Tochter; und bemerkten odervernahmen diese in der Umgegend irgend etwas Verdächtiges, jozeigten sie es durch Signallaternen einem andern Wachtthurmeder Stadt Evora an und benachrichtigten darauf näher von dem