Druckschrift 
Die Lusiaden des Louis de Camoes. Verdeutscht von J. Donner
Entstehung
Seite
385
Einzelbild herunterladen
 

Zehnter ^ 385

12 ».

Auf diesem großen Erdstrich Namen klingenVon tausend Völkern, die man niemals kannte;

Durch Macht an Land und Leuten rings bezwingenDie Laos Andre; Avah's, Bramah'S LandeDurch hohe Berge Schutz den Ihre» bringen.

Dort hauset auch der Gueos wilde Bande,

Die Menschenfleisch verzehrt; um sich zu zieren.

Mit glüh'ndem Eisen sie sich tättowiren.

127.

Camboja sieh vom Mekon-Strom durchfließen,

Dess Name -Herr der Flüsse- ist zu künden;

Nur Sommers Fluthen sich in ihn ergießen.

Doch so, daß selbst die Fluren dann verschwinden.Dieselben Quellen ihm auch sich erschließen,

Durch die der kalte Nil mag Nahrung finden.

Das Volk hier glaubt, daß Lohn winkt, Strafen drohenEinst nach dem Tod den Thieren selbst, den rohen.

128.

Und dieser Strom wird schmeichelnd dann umfangenIn seinem Schovß den Sang, der wilden WogenIm traucrvollsten Schiffbruch kaum entgangen,

Und Klippen, die beim Sturm das Schiff betrogen,

Dem Hunger, und Gefahren, großen, bangen,

Wenn man den ungerechten Spruch vollzogenAn Jenem, dessen Leier, reich an Tönen,

Mehr Ruhm als hohes Glück dereinst wird krönen.

CamöcS, Die Lusiaden. 25