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Die Lusiaden des Louis de Camoes. Verdeutscht von J. Donner
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Die <!»siadeu.

27 .

O Herrscher, dessen Recht und Macht sich streckenVon einem bis zum andern Poi der Meere,

Der alles Volk der Erde hält in Schrecken,

Daß keines je zu nah' tritt seiner Ehre;

Du, Vater Ocean, deff' Wogen decken

Die ganze Welt ringsum mit feuchter Schwere,

Und der du ein gerecht Gesetz gegeben,

Daß Alles soll in seinen Grenzen leben:

28 .

Und ihr, des Meeres Götter, die mit NichtenSchmach dulden mögen in des Reiches Mauern,Vielmehr auf Alle schwere Strafen richten,

Die frech sich nahen dieser Fluchen Schauern:Warum vergeht ihr sorglos eurer Pflichten'?

Für wen mag so lang' eure Freundschaft dauern.Daß er vermag das Herz euch zu versühnenMit jenen schwachen Menschen, den so kühnen'?

20 .

»Ihr saht sie, wie sie trotzig, wild verwegenZnm höchsten Himmel Felsen mochten thürmen;Ihr saht sie wahnbethörte Pläne hegen,

Mit Ruder, Segel selbst das Meer zu stürmen;Ihr schaut, wie sie sich täglich stolzer regen:

Ich fürchte, bald vermag uns nichts zu schirmenVor ihrer Kühnheit mehr: in wenig JahrenSind sie, was wir, und nur, was sie erst waren!