Dritter Mang.
90 .
„Nach all den Siegen erbt, als er erblaßteIm frühen Tod, ein Sohn den Thron, den hehren;Ihn grüßet Ehrfurcht, als er's Sccptcr faßte,
Da Jeder ahnt, er werde glorreich mehrenDen Glanz der Krone, die der Maure haßte.
Alfons der Zweite wußte bald zu lehren
Dem Erbfeind Ehrfurcht: denn mit kühnem Muthe
Tränkt Aleaeer er mit der Mauren Blute.
91 .
„Als Alfons schied, der königliche Degen,
Folgt Sanchv ihm, der Zweite, auf dem Throne.Der zeigt sich sorglos, feig: weit überlegenAn Geist und Muth war ihm der Rath der Krone.Beschränkt, verlacht, verspottet allerwegen,
Blieb er versteckt, um zu entgeh'» dem Hohne,
Weil Jene, die an seiner Statt regierten,
Von einer Thorheit ihn zur andern führten.
92 .
„Doch nicht so schandvoll mag man ihn erkennen,
Wie Nero war, dess ekle Sinnenlüste
Selbst für die eigne Mutter noch entbrennen, —
Der die entehrt, die einst ihm gab die Brüste!
So grausam nicht kann man den König nennen,
Daß er durch Mordbrand macht die Stadt zur WüsteAus Volkshaß; nie war er ein Heliogabal,
Nie wollustwcichlich wie ei» Sardanapal.