78
Die Lustallen.
111.
„Nicht magst du meinen Wunsch dir übeldeuten,Daß ich an dich so viele Fragen richte;
Wo gäb' es Einen, der nicht längst mit FreudenBegehrt zu hören deines Volks Geschichte,
Die glorreich nur? — In mir und meinen LeutenNicht findest du so thierisch rohe Wichte,
Daß wir nicht wüßten Heldenmuth zu ehren,
Wenn solche Degen gastlich zu uns kehren!
112 .
„Es stürmten einst die mächtigen GigantenIm eiteln Kampf der ewigen Götter SitzeDort im Olymp; Pirithous, Thcseus fanden,
Daß Heldenkraft in Pluton's Reich nicht nütze;Wohl manche kühne That ward noch bestanden,Durch würdige Helden in des Kampfes Hitze,Sowohl im Streite gegen Höll' und Himmel,
Als auch auf Nereus' Reich im Schlachtgetümmel.
113 .
„In Trümmer ist des Tempels Pracht zerfallen,Den Ktcsiphon Dianen einst errichtet;
Dem Hcrostrat drum ewige Flüche schallen.
Weil er der Vorzeit Wunderwerk vernichtet,
Damit die Nachwelt ihn einst nenn' vor Allen:
Hier mischet sich was wahr und was erdichtet;
Doch drängt's vielmehr den Geist, treu zu erfahren,Was Hohes schufen eure Heldenschaaren."