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Die Lusiaden des Louis de Camoes. Verdeutscht von J. Donner
Entstehung
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Die Lustallen.

111.

Nicht magst du meinen Wunsch dir übeldeuten,Daß ich an dich so viele Fragen richte;

Wo gäb' es Einen, der nicht längst mit FreudenBegehrt zu hören deines Volks Geschichte,

Die glorreich nur? In mir und meinen LeutenNicht findest du so thierisch rohe Wichte,

Daß wir nicht wüßten Heldenmuth zu ehren,

Wenn solche Degen gastlich zu uns kehren!

112 .

Es stürmten einst die mächtigen GigantenIm eiteln Kampf der ewigen Götter SitzeDort im Olymp; Pirithous, Thcseus fanden,

Daß Heldenkraft in Pluton's Reich nicht nütze;Wohl manche kühne That ward noch bestanden,Durch würdige Helden in des Kampfes Hitze,Sowohl im Streite gegen Höll' und Himmel,

Als auch auf Nereus' Reich im Schlachtgetümmel.

113 .

In Trümmer ist des Tempels Pracht zerfallen,Den Ktcsiphon Dianen einst errichtet;

Dem Hcrostrat drum ewige Flüche schallen.

Weil er der Vorzeit Wunderwerk vernichtet,

Damit die Nachwelt ihn einst nenn' vor Allen:

Hier mischet sich was wahr und was erdichtet;

Doch drängt's vielmehr den Geist, treu zu erfahren,Was Hohes schufen eure Heldenschaaren."