Die Lusiade»,.
9 .
Wellst deine Majestät, o Herr, mir neigen,
Daß ich im milden Glanz dich kann erschauen,
Der jetzt schon deinem Haupt so strahlend eigen.
Wie er wird sein, wann deine Locken grauen,
Wann offen sich die ewigen Pforten zeigen.
Mich Niedern mag dein gnädiger Blick erbauen,
Im Lied ein neues Beispiel dir zu singen,
Was Lieb' zum Land die Helden ließ vollbringen.
19 .
Du wirst sie schau'n, die Vatcrlandeslicbe,
Die kein gemeiner Eigennutz erregte,
Für die ein hoher, würdiger Lohn nur bliebe,
Wenn Säugers Mund zum Preise sich bewegte.Vernimm's und sieh, welch stolze RuhmestriebeIn ihnen hoher Herrscher Gnade hegte,
Und sprich, welch Loos als schöneres zu preisen:
Ob Herr der Welt, ob solchen Volks zu heißen!
II.
Vernimm's: nicht ist's der Schein von eitlen Thaten,Den du erblickst, phantastisch und erlogen;
Nicht ist's die Sucht, mit Prunk uns zu beladen,Gleich Fremden, die ein falscher Ruhm betrogen :Der Deinen Werke sind so wohl gerathe»,
So wahrhaft groß, daß Alles ausgewogen,
Was Rodamont, was Roger mocht' vollbringen,Und was vielleicht Orlando sah gelingen.