Druckschrift 
Die Lusiaden des Louis de Camoes. Verdeutscht von J. Donner
Entstehung
Seite
LXIX
Einzelbild herunterladen
 

Luis de Lamöes.

15.

Dem tapfern Gama tönt sein Lied, dem SiegerIn Meeren, die noch nie ein Schiss befahren;Der nnerschrocknen MuthesDem Kampf der Wogen trotzte,

Einst wider ibn von Thvoneus beschworen,Dem, irrgeleitet, selbst Neptunus diente.

16.

Und von der schönen JneS singt uns Sappho,Von ihrer zarten Treu', vom tragischen EndeDer unerlaubten Liebe.

Du, grausam blinder Ehrgeiz,

Verlangend nach der schwanken Fürftengunst,Hast ihr in's Herz das kalte Schwert gebohrt.

17.

Der Sang Homer's, der Tuba Leib durchhallend,Den bronz'nen, mächtiger scholl; vom FeuerscheineErstrahlte hehr sein Antlitz,

Als er die Mähr berichtetVom Niesen Adamastor, von der Rache,

Daß kundig ward sein Meergeheimniß Allen.

18.

Wie fühltest du des Geistes Hochentzücken,Erstaunter Sänger, als aus tiefstem BusenDir strömten voll die TöneVon jener mächtigen Stimme,

Die, Donnern gleich, und Wunderkraft erschließend.Selbst die Natur erfüllet mit Entsetzen!

19.

Wie du mit hohem Geist die Farben wähltestZum Bildwerk der erlauchten Lusiaden!

Hier dröhnet dumpf der WettstreitMit jenen Zwölf von England,

Dort schlingt die Wolke aus dem Meer die FluthenUnd zieht den Fuß empor zur luftigen Höhe.