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Von
Barrclv Foio und G, M onteiro.
Als der ausgezeichnete Dichter Birgil durch den Tod hin-gerasft worden war, ohne die letzte Feile an seine Beneide ge-legt zu haben, befahl der Kaiser Angustus dem gelehrten Tuccaund dem Tragiker Varius, daß sie, jenes unsterbliche Werksorgfältig durchsetzend, verbessern vermöchten, was sie als Schreibe-fehler erkennen würden, aber sie sollten nichts hinzusetzen oderauslasscn von Dem, was der Autor selbst geschrieben. Und ob-gleich zu dieser Zeit an Augustus' Hofe der in seiner Weise gleichgeniale Dichter Horatius lebte, mochte er ihm doch nicht dieseso höchst delikate Arbeit anvertrauen; entweder, daß, da beideDichter einer vom andern wesentlich in Styl und Geschmack sichunterschieden, Horaz nicht die Gedanken und Bilder Virgil s ent-stellte, indem er sie mit andern Farben übermalte; oder daß,indem Augustus nicht vorher sicher wissen konnte, inwieweit undwie vielfach die Verbesserungen nöthig gewesen seien, der Ruhmdes Revisors nicht den des ursprünglichen Dichters verdunkelnmöchte, — Um dieses vorsichtigen Verfahrens willen wurde dergewissenhafte Monarch keineswegs getadelt, vielmehr erwarb ersich dadurch den Ehrendank der ganzen Nachwelt, da es jedenfallsbesser fein dürfte, die Werke der trefflichsten Schriftsteller nichtdurch andere von gleich großen Gaben, noch auch durch unwissendeund beschränkte Köpfe durchsetzen und von etwaigen Fehlern rei-nigen zu lassen, sondern durch Männer von anerkannter Gelehrsam-keit und feinem Tacte — Gaben, welche die beiden oben erwähn-ten Römer nach Augustus Ansicht' in passender Weise vereinigten.