Freunde; ich hatte einige ihrer Unvorsichtigkeiten, zeitigwarnend, gut gemacht; hatte ihnen nicht unwichtige Nach-richten mitgetheilt; und hatte nicht ohne Glück Uneinig--ketten unter ihnen beigelegt. Sv wenig sie das Daseynder Gesellschaft, oder die Namen der Mitglieder mirverhehlten; so luden sie mich doch nicht zur förmliche»Theilnahme oder zu ihren Versammlungen ein. So ge-wiß sie wußten, daß sie in allem auf mich rechnen konn-ten, was auf Befehl des Königs gegen den auswärtige»Feind geschehen sollte; so gewiß wußten sie auch, daßich nie dulden würde, was ohne des Königs Willen ge-schehe» mochte- Und nachher, bei Schills Auszuge, zeigtesich wohl, daß man auch nicht scheute, selbst gegen desMonarchen Willen zu handeln-
Das Statutenbuch jenes Lugendvereins nun nahmich mit großen Erwartungen zur Hand. Aber jede Zeilestimmte diese Erwartungen und meine Freude herab.Die Weitschweifigkeit kleinlicher Organisations-Gesetze,welche sogar sehr umständlich einen bedeutungslosen Rangin den verschiedenen Sitzungen bestimmten, schien fastein leeres Spiel. Aber vergebens suchte ich bestimmteAndeutung des Zwecksund seiner Grenzen. Ich sollteviel Patrioten anwerben, und konnte keinem eigentlichsagen, wozu? Zu meinem Widerwillen gegen alles un-bestimmte Gutes-Stiften durch solche Vereine, kam auchdie Furcht gefährlichen Mißbrauchs des unbestimmten Gu-ten für bestimmtes Böse- Auch fand ich wirklich man-ches, was mir keineswcges gut schien; z- B. daß die Mit,glieder genau die Staatsbeamten, vorzüglich die imBunde,beobachten und nörhigen Falls denuneiiren sollten, — einegeheime Fehmyolizei, welche norhwendig dem rerhrschaf,fenen Manne die Unbefangenheit rauben muß, in Verwal-tung seines AmtS nur dem Willen seines Monarchen undseinem eigenen Gewissen zu folgen, dagegen ihn an Rück-sicht auf das Gutfinden seiner Verbündeten fesselt.