Druckschrift 
2,1 (1826)
Entstehung
Seite
192
Einzelbild herunterladen
 

192

Rhodium.

Ich habe vorher beim Platin angeführt, daß, nach-dem dieses Metall aus der Auflösung des Platinsandesin Königswasser mit Salmiak niedergeschlagen ist, dieübrigen aufgelösten Metalle mit Zink gefällt werden.Der letztgenannte Niederschlag wird in Königswasser wie-der aufgelöst, mit 3mal so viel Kochsalz, als das Metallwiegt, versetzt und zur Trockne abgedampft. Diese Salz-masse ist ein Gemenge von zwei Doppelsalzen von Koch-salz, das eine mit Platinclilorid und das andere mit Rho-diumchlorid, mit einem Ueberschufs von zugesetztem Koch-salz. Man reibt es zum leinen Pulver, laugt es mit Alko-hol von 0,837 eigentb. Gewicht aus, wodurch das zuletztzurückbleibende Rhodiumsalz nicht aufgelöst wird. Die-ses wird in Wasser aufgelöst und krystallisirt. Aus die-sem Salze kann man Rhodium erhalten, wenn man esentweder mit Zink niederschlägt, oder das Salz heftigglüht. Im ersten Fall erhält man das Metall als ein dunk-les Pulver, im letzteren als eine weifse, silberglänzende,ungeflossene Masse, woraus das rückständige Kochsalz mitWasser ausgezogen werden mufs.

Das Rhodium hat man in der Hitze unserer Oefennoch nicht schmelzen können. Mit Borax geglüht, sintertes zusammen und wird silberweifs. Sein specifisches Ge-wicht scheint nicht ll,o zu übersteigen. Dieses Metallhat, so wie das vorhergehende, eine so geringe Verwandt-schaft zu den Säuren, dafs es für sich allein weder vonSalpetersäure, noch von Königswasser aufgelöst werdenkann. Aber wenn es mit gewissen Metallen zusammen-geschmolzen wird, z. B. mit Platin, Wismuth, Kupfer,Blei, so kann es mit diesen in Königswasser aufgelöstwerden. Es bleibt dagegen unaufgelöst, wenn man seineLegirungen mit Gold und Silber aufzulösen versucht.

lt li odium oxyde.

Das Rhodium hat drei Oxyde, wovon das höchsteund das niedrigste Salzbasen sind, aber das mittlere sichzu den Salzbasen wie eine Säure, und zu Säuren wie einSuperoxyd verhält.

1 )