966
Salze von Antimon.
Essigsaures Antimonoxyd wird bei der Auflö-sung des Oxyds in Essig erhalten. Es ist leicht auflöslichund schiefst in kleinen Krystallen an. Vormals ward esals Brechmittel benutzt.
Weinsaures Antimonoxyd erhält man durch Auf-lösung des Oxyds in Weinsäure. Das Salz ist leicht auf-löslich und schiefst in vierseitigen Prismen an, die ausder Luft Feuchtigkeit anziehen.
Weinsaures Antimonoxyd - Kali. Es wird inder Pharmacie Tartarus emelicus, Brechweinstein, ge-nannt. Man erhält dieses Salz, wenn man zweifach wein-saures Kali bis zur Sättigung der freien Säure mit Anti-monoxyd kocht, die Auflösung darauf filtrirt und zur Kry-stallisation abdampft. Hierzu pafst am besten das Oxyd,welches man erhält, wenn Antimon in Salpetersäure auf-gelöst, oder wenn das Chlorid oder Schwefelsäure Salzmit Wasser zersetzt und das Oxyd mit kochendheißemWasser gut gewaschen wird; aber da das auf dem nas-sen Wege bereitete Oxyd immer theurer ausl'ällt, bereitetman dieses Salz am wohlfeilsten aus dem Oxyd, welchesdurch Röstung des Schwefelantimons und Schmelzung dergerösteten Masse mit Schwefelantimon erhalten wird, sowie ich es schon bei dem Antimonoxyd angeführt habe.Man reibt das Oxyd zum feinsten Pulver und mischt esmit |. oder der Hälfte seines Gewichts Cremor tartariund 5 bis 6 Th. Wasser, und kocht das Gemenge, bisdafs die ganze Quantität von Cremor tartari aufgelöstist. Gleiche Gewichtstheile vom Oxyd und vom Cremortartari sind zwar mehr als hinreichend, um sich einan-ander zu sättigen, aber man setzt einen Ueberschufs desOxyds zu, um mit mehr Sicherheit die freie Weinsäureim Cremor tartari zu sättigen. Das Wasser ist in derMenge vorhanden, dafs der gröfsere Theil der neuen Ver-bindung bei dem Erkalten krystallisirt. Das Doppelsalzschiefst in grofsen Krystallen an, die in der Luft weifswerden und ihr Krystallwasser verlieren; sie lösen sichin 14 Th. kalten und in 1,88 Th. kochendheifsen Wassersauf. Es geschieht bisweilen, dafs, nachdem das Doppel-