Druckschrift 
2,2 (1826)
Entstehung
Seite
957
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Haloi'dsalze.

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b) Goldchlorid (salzsaures Goldoxyd) erhält man,wenn Gold in Königswasser aufgelöst, und die überschüs-sige Säure abgedampft wird. Es wird im Wasser mitgelber Farbe aufgelöst, die von einem Ueberschufs an Säureblässer wird, und welche in dem völlig neutralen dunkel-roth ist. Es zeichnet sich dadurch aus, dafs es an derOberfläche und an der dem Tage zugewandten Seite derGefifse, worin es aufbewahrt wird, metallisches Gold ab-setzt. Das Gold wird daraus von Phosphor und von denmeisten Metallen, auch von Eisenoxydulsalzen, metallischniedergeschlagen. Zinnoxydulsalze schlagen einen mehroder weniger dunkelen Goldpurpur nieder; in der Glüh-hitze wird es zersetzt und hinterläfst metallisches Gold.Goldchlorid wird in zwei verschiedenen Neutralitätsver-hältnissen erhalten. Saures Goldchlorid krystallisirtsehr leicht aus einer sauren Auflösung in langen, hellgel-ben Nadeln, die sich in trockener Luft unverändert er-halten, in feuchter aber zu einer gelben Flüssigkeit zer-fliefsen. Neutrales Goldchlorid wird erhalten, wennman das vorhergehende Salz abdampfen läfst, bis dafs dieMasse eine dunkele rubinrothe Farbe erhält, und Chlorsich zu entwickeln anfängt. Es gesteht beim Erkalten zueiner dunkelrothen, krystallinischen Salzmasse, die in derLuft sehr schnell zur rothbraunen Auflösung zerfliefst. Völ-lig neutral und von der Einmischung des sauren Salzesfrei, erhält man es nur, wenn man das Chlorür mit Was-ser zersetzt, weil das neutrale Salz beinahe eben so leichtzersetzt wird, als es den Ueberschufs von Säure entläfst.Wenn eine Auflösung dieses Salzes mit salpetersauremoder schwefelsaurem Silberoxyd gemischt wird, so schlägtsich Chlorsilber nieder, und das Goldoxyd, welches sichnicht mit der anderen Säure verbinden kann, wird zu-gleich gefällt. Es kann mit Chlorwasserstoffsäure aus demNiederschlage wieder ausgezogen werden. Wird neutra-les Goldchlorid mit kaustischem Kali so niedergeschlagen,dafs die Auflösung nicht alkalisch wird, so entsteht ein hell-gelber Niederschlag, den man bald als Goldoxyd, baldals basisches Goldchlorid angesehen hat; aber von wel-