Druckschrift 
2,2 (1826)
Entstehung
Seite
763
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Haloidsalze.

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Man kann es sehr stark erhitzen, ohne dafs es sich ver-ändert, und es hat zur hygroscopischen Feuchtigkeit eineäufserst starke Attraction. Salpetersäure zerlegt und oxy-dirt es. Verdünnte Chlorwasserstoffsäure äulsert daraufkeine Wirkung. Die concentrirte nimmt Eisen daraus auf;es wird Eisenchlorid in der Flüssigkeit aufgelöst, und Was-serstoffeisenryanür bleibt unaufgelöst zurück. Schwefelwas-serstoff, Eisen- und Zinn-Feile, jedes für sich mit Was-ser und Berlinerblau eingeschlossen, entziehen diesem einenTheil des Cyans und verwandeln es in Cyaniir. Von Salz-basen wird es zersetzt, es scheidet sich Eisenoxyd ab, undCyan nebst Eisencyaniir werden ausgezogen. Von Queck-silberoxyd wird es zersetzt. Die Flüssigkeit löst Queck-silbercyanid auf und hinterläfst eine eigene, nicht weiteruntersuchte Verbindung, von brauner Farbe, welche eineigenes basisches Salz zu sein scheint. Säuren lösen Eisen-oxyd daraus auf, und stellen das Berlinerblau' daraus wie-der her. Erhitzt man das Berlinerblau in einem Destil-lationsapparate, so giebt es erst ein wenig Wasser, dar-auf ein wenig Cyanammonium, und dann'kommt kohlen-saures Ammoniak, von Feuchtigkeit begleitet, bis die Ope-ration beendigt ist. Es bleibt, eine schwarze, kohlige Massein der Retorte zurück, welche auf die bei dem Kohlen-stoffeisen angeführte Art mit vieler Lebhaftigkeit verglimmtund das Tricarburetum des Eisens zurückläfst.

Man war lange ungewifs, wie man die Zusammen-setzung des Berlinerblau’s betrachten sollte. Proust zeigtezuerst, dafs eine Verbindung von cyanwasserstoffsauremEisenoxydul mit cyanwasserstoffsaurem Eisenoxyd zu sei-ner Bildung nöthig wäre, und nach der Hypothese voncyanwasserstoffsauren Salzen ist es auch wirklich ein Dop-pelsalz dieser beiden Oxyde. Aber es scheint, als gäbe eswenigstens zwei blaue Verbindungen, die eine nicht ganzähnliche Zusammensetzung haben. Die eine von diesen istneutral, und die andere hat einen Ueberschufs der Basis.Neutrales Berlinerblau bekommt man, wenn zu Ka-liumeisencyanür eine neutrale Auflösung von z. B. Eisen-chlorid oder salpetersaurem Eisenoxyd gemischt wird, wo-