ov.
760
Salze von Eisen.
'>
/V >' .
*v ;■
.$£
i'
bleibt in der Retorte zurück. Wenn eine Auflösung die-ses sauren Körpers der Luft lange ausgesetzt wird, sooxydirt sich ein Tlieil des Wasserstoffs und verwandeltdas Cyaneisen in Berlinerblau, und die Cyanwasserstoff-säure dampft davon ab. Wird sie gekocht, so entweichtallmählich Cyanwasserstoffgas, es schlägt sich Eisencyanürmit weifser Farbe nieder, und wird, allmählich blau, jenachdem es von der Luft getroffen wird und die Flüssig-keit bekommt, nachdem sie eine kleine Weile gekochtist, einen weniger sauren und mehr zusammenziehendenGeschmack, als wenn sie mehr Cyaneisen aufgelöst ent-hielt. Auch in trockener und krystallisirter Form kanndas Wasserstoffeisencyanür nicht lange aufbewahrt wer-den, wenn es mit der Luft in Berührung kommt. Eswird blau, stöfst Cyanwasserstoffsäure aus und endlichbleibt nur Berlinerblau zurück. — Es ist gewifs eine sehrinteressante Erscheinung, dafs dieser Körper weit ausge-zeichnetere Eigenschaften einer Säure besitzt, als reineCyanwasserstoffsäure, da man erwarten sollte, dafs dieelektronegativen Eigenschaften der letzteren, durch dieVerbindung mit einem so elektropositiven Körper, wiedas Eisen ist, vermindert werden würden. Dieser Um-stand hat auch zu vielen verschiedenen Ansichten über dieNatur dieses Körpers Veranlassung gegeben. Porret undnach ihm Thomson und Robiquet haben sie als eineeigene Säure angesehen, worin metallisches Eisen der eineBestandtheil wäre. Gay-Lussac betrachtet sie als eineWasserstoffsäure von einem aus Eisen und Cyan zusammen-gesetzten Radikal, welches er Cyanoferre nennt. Ich werdeweiter unten auf diese Ansicht zurückkommen. Auf deranderen Seite kann sie für ein saures blausaures Eisenoxy-dul gehalten werden, welches mit dreimal so viel Cyan-wasserstoffsäure als im neutralen Salze verbunden ist, undwelches durch die Neigung des Eisens, mit anderen Ba-sen Doppelsalze zu bilden, die Eigenschaft einer stärkerenSäure als die Cyanwasserstoffsäure besitzt, wodurch also dieAffinität, welche die Cyanwasserstoffsäure allein ursprüng-lich hat, durch diejenige, welche die Anwesenheit des