Druckschrift 
2,2 (1826)
Entstehung
Seite
725
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Oxydulsalze. 725

Boden von Erde gelegt, von welchem Rinnen das darauffallende Regenwasser in eigene Behälter ableiten. Diegerösteten Kiese bleiben nun der Einwirkung der Luftund des Wassers lange Zeit, zuweilen mehrere Jahre, aus-gesetzt, wobei allmählich schwefelsaures Eisenoxydul ge-bildet wird, welches dem Regenwasser folgt und sich ineiner Auflösung ansammelt, die, nachdem sie durch wie-derholtes Aufgiefsen über den Haufen des Schwefeleisenshinreichend concentrirt worden ist, nun in bleiernen Pfan-nen zur Krystallisation eingekocht wird. Der rückstän-dige Theil des Schwefeleisens, welcher nicht in Vitriolverwandelt wird, ist gröfstentheils rothes Eisenoxyd undwird als Farbe benutzt. Ein Umstand, der für die Vi-triolfabrication aus Schwefelkies von Wichtigkeit werdenkann, und der selten in Acht genommen wird, ist, dafsder Kies bei einem gewissen Grade von Zersetzung, dasheifst, bei einer gewissen Vermischung der höchsten undniedrigsten Schwefelungsstufe des Eisens, am schnellstenin Vitriol verwandelt wird (vergl. Th. II. p. 369.); aberes wird ohne Zweifel grofsen Schwierigkeiten unterwor-fen sein, diesen Punkt im Grofsen zu treffen. Zu Fah-lun gewinnt man Eisenvitriol auf die Art, dafs man dasGrubenwasser, welches, aufser schwefelsaurem Eisen, eineMenge schwefelsaures Kupfer enthält, über Eisen leitet,wodurch das Kupfer niedergeschlagen und statt dessendas Eisen aufgelöst wird. Das eisenhaltige Grubenwasserwird durch Gradirung (Siehe Giilornatrium p. 549.) con-centrirt, bis es die Kosten des Einkochens lohnt. Derim Grofsen bereitete Eisenvitriol ist nicht rein; er ent-hält fremde Erd- und Metallsalze, unter welchen die vonKupfer, Zink, Mangan, Thonerde, Talkerde und biswei-len Kalkerde, die gewöhnlichsten sind. Von Kupfer wirder durch eingelegtes Eisen leicht befreit, aber von denübrigen ist er um so schwerer zu reinigen, da das Eisen-oxydulsalz mit den meisten zusammenkrystallisirt und sichbeinahe mit derselben Leichtigkeit wie diese Salze auflö-sen läfst. Sie mischen sich also in den krystallisirendenVitriol ein, dessen öconomische Anwendbarkeit auf ver-U. 47