Sauerstoffsalze.
571
benutzt, b) Zweifach (saures) oxalsaures Ammo-niak schlägt sich in kleinen Krystallkörnern nieder undist in Wasser sehr schwer auflöslich. Es enthält IG,73 Pro-cent Wasser.
Oxalsaures Kali-Ammoniak erhält man, wennman die freie Säure des Sauerkleesalzes (zweifach Oxal-säuren Kali’s) mit Ammoniak sättiget. Es schiefst in Kry»stallen an, die an der Luft unveränderlich sind. DasDoppelsalz ist leichter löslich, als das einfache.
Borsaures Ammoniak. Die Borsäure hat zum Am»moniak eine sehr geringe Verwandtschaft. Löst man Bor-säure in kaustischem Ammoniak auf, so erwärmt sich dieFlüssigkeit, und wird das Ammoniak mit der Säure fastgesättigt, so schiefst, ungeachtet des Ueberscbusses an Al-kali, beim Erkalten an a) zweifach borsaures Am-moniak in durchsichtigen prismatischen Ktystallen, welchesich an der Luft nicht verändern. Das Salz reagirt alka-lisch, schmeckt bitter, löst sich in ungefähr 8 Th. Was-sers auf, und beim Abdampfen verliert diese AuflösungAmmoniak.. Dieses Salz entspricht der Verbindungsstufemit anderen Basen, worin die Säure 12 Mal den Sauer-stoff der Base enthält. Es hält ungefähr 30 Procent Kry-stallwasser. Neutrales borsaures Ammoniak wirdauf gleiche Weise, wie das vorhergehende, erhalten, wennman einen grofsen Ueberschufs von Ammoniak in der Flüs-sigkeit läfst; es schiefst in unklaren, rhombischen Octae-dern an, verwittert in der Luft und bedarf ungefähr12 Th. Wasser zur Auflösung. Es enthält 2G PiocentKrystallwasser. In diesen beiden Salzen verhält sich derSauerstoff des Krystallwassers zu dem der Säure wie 4 : 6.c) Zwei Drittel borsaures Ammoniak erhält mandurch Auflösen des vorhergehenden in sehr concentrirtemAmmoniak, mit Hülfe der Wärme in einem verschlosse-nen Gefäfse und Krystallisiren beim Erkalten. Es enthält221p Procent Krystallwasser, dessen Sauerstoff die Hälftevon dem der Säure beträgt. Man erhält dieses Salz auch,wenn krystallisirte Borsäure in Ammoniakgas gebracht unddarin so lange gelassen wird, als sie von dem Gas ver-