534 Salze von Natrium.
wo es vermuthlich von einer langsamen Zerlegung desKochsalzes durch den zum Mauern gebrauchten Kalk er-zeugt wird. Kohlensaures Natron kommt in einigen Quell-wassern in grofser Menge aufgelöst vor.
Oxalsaures Natron ist im Wasser schwerlöslich;mit etwas Ueberschufs von Alkali ist es leichter, mitUeberschufs von Säure aber schwerer löslich. Nach Be-rard halt das neutrale 12 Procent Krystallwasser, undim sauren Salze ist das Natron mit doppelt soviel Säureund Krystaüwasser als im neutralen verbunden. Ein vier-fach oxalsaures Natron lälst sich nicht hervorbringen.
Oxalsaures Kali-Natron erhält man durch Sätti-gung von zweifach oxalsaurem Kali mit kohlensauremNatron und Abdampfung der Auflösung. Die Krystallehaben dem Ansehen nach mit Alaun Aehnüchkeit und ver-wittern in der Luft.
Borsaures Natron (Borax). Dieses Salz wittertan einigen Orten aus der Erde aus. Das meiste wirdunter dem Namen Tinkal oder roher Borax aus demsüdlichen Asien zu uns gebracht. Es wird in Holland ve-reiniget und heifst dann raflinirter Borax. Der Tinkalgiebt ungefähr die Hälfte seines Gewichts reinen Borax;das Uebrige soll aus einer seifenartigen Verbindung vonNatron mit einem fettigen Stoffe bestehen. Das meistedieser Verbindung sitzt auf der Oberfläche dieses Salzes;um es davon zu reinigen, übergielst man den Tinkaleinige Zoll hoch mit kaltem Wasser, und setzt nach Ver-lauf einiger Stunden seines Gewichts frisch gelöschtenKalk hinzu. Die Masse wird hierauf gut umgerührt und12 Stunden stehen gelassen, dann aber stark umgeschüt-telt und das trübe Wasser abgegossen. Man lälst es sichsetzen, und sobald es sich abgeklärt hat, wozu ^ Stundeerforderlich ist, wird dasselbe wieder auf das Salz ge-gossen, das letztere gut durch einander gerieben, unddann das Trübe wieder zum Abklären abgegossen. Diefswird so lange wiederholt, bis das Wasser noch etwasTrübes aufnimmt. Das auf diese Weise ausgewascheneSalz wird hierauf in Theilen kochenden Wassers auf-