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hätten. Aber bald, als sich der Charakter der Revolution ver-schlimmerte, mußte auch das Theater unter der verändertenStimmung der Gemächer und dem ausgebrochenen MeinnngSkriegleiden. Im Schauspiel führten jetzt Parteien das Wort, die balddurch künstliche Kälte, bald durch gleich gezwungenen Beifall ihreUeberzeugung geltend zu machen suchten. Namentlich erregten dieEmigranten einen gewaltigen Sturm im Theater, als nach LudwigsXVI. mißlungenem Versuch zur Flncht die Oper Richard Löwen-Herz gegeben wurde. Nach Beendigung der Vorstellung wurden dieSchauspieler von ihnen ungestüm herausgerufen. Niemand nahmdas Wort, Jffland fühlte, daß etwas gesagt werden mußte, undsprach auf französisch: „Möge der König einen Blondel finden,der sein Leben rettet I" Diese wenigen Worte reichten hin, umJffland, der im Drang des Augenblicks, und gerührt von derschmerzlichen Aufregung der Franzosen, einem natürlichen Gefühlden Lauf gelaffen, in die Parteikämpfe der Zeit zu verwickeln unde« ihn daneben zum erstenmal recht bitter empfinden zu lassen,welche schlimmen Leidenschaften in dem Stande herrschen, dem erinit so voller Seele angehörte. Ein Kamerad, einer seiner bestenFreunde, nahm es sehr übel, daß die Franzosen seit jenem Vor-fall Jffland bei den Vorstellungen auszeichneten; es entstandendaraus Zerwürfnisse, Reibungen und Verdrießlichkeiten aller Art.Jffland machte das Nebel noch ärger, indem er, wahrscheinlich er-bittert durch diese Störungen seines ruhigen Kunstlebens, denAuftrag Kaiser Leopolds, ein Schauspiel gegen StaatSumwälzungenzu schreiben, nicht von sich wies. Er führte zwar die Sache nichtin der vorgeschlagsnen grellen Weise aus, aber er irrte sich sehr,wenn er mit seinem Schauspiel „die Kokarden" bei der bestehendenSpaltung etwas Gutes stiften zu können glaubte, und als er dasStück Gustav III. von Schweden zneignete, zog er sich den Rufeines entschiedene» Aristokraten zu. Er selbst sagt darüber: „Sowohl