August Wilhelm Jfflaud, geboren den 19. April 1759,war der Sohn angesehener und wohlhabender Eltern, die ihn vonJugend auf zum gelehrten Stande bestimmt hatten. Aber sehrfrühe und in ungewöhnlicher Stärke äußerten sich im Knaben dieEigenschaften, in denen sein eigentlicher Beruf lag: die lebendigsteEinbildungskraft, das rührsamste Gefühl, ein bedeutendes Maß sinn-licher Anschauung«- und Beobachtungsgabe, alle Elemente jenergeistigen Beweglichkeit, jener Herrschaft der Seele über das Wortund die Geberde, worauf alle künstlerische Mimik beruht. Jfflaudselbst hat aus der Höhe seines Ruhms die Geschichte seiner Kind-heit und Jugend erzählt, * den Kampf mit sich selbst und denVerhältnissen, den Widerspruch zwischen innerem Beruf und aus-gedrungener Pflicht, der durch seine ganze Erziehung hindnrchgeht.In dieser Schilderung spricht sich überall, in hundert unzweideutigenZügen der weiche, gemüthvolle, im höchsten Grade empfänglicheMensch aus, in dem aber eine ganz bestimmte Richtung der Gefühleund Triebe alle Rücksichten überwindet.
Jfflands Seelenleben beginnt mit dem Bilde eines glänzendenSchauspiels. Seine früheste Rückerinnerung sind die Festlichkeiten,mit denen Herzog Ferdinand von Braunschweig nach dem Hnberts-burger Frieden im I. 1763 in Hannover empfangen wurde. Eingroßer beleuchteter Triumphbogen spielte dabei die Hauptrolle.
' Meine theatralische Laufbahn von A. W. Jfflaud. Leipzig, 1788.