Druckschrift 
10 (1860) Hausfrieden [u.a.] Elise von Valberg
Entstehung
Seite
347
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Philipp (hat im Umhergehcn diese Verbeugung gar nicht gesehen).Gott! Gott l gib mir Mäßigung! kaltes Blut! In diesemZimmer in diesem nämlichen Hier! da, da! O, ichhalte mich nicht mehr! Da habe ich für meinen guten Onkel,für seine Freiheit gebeten gebeten die Hände gerungen!und ward hinausgeschleppt I Ich war Kind! Nun bin ichMann! Ich habe wieder hier für die gemißhanbelte Menschheitzn flehn Mein Onkel leidet noch ist vielleicht jetzt in diesemAugenblicke trostlos elend verzweifelnd! Mäßigung!Gott! Mäßigung! Ich kenne mich nicht mehr Mäßigung!

Sekretär (zurückkommcnd). Der Herr Kanzler wird in wenigenMinuten hier seyn. Jnbeß (er deutet aufs Sitzen.)

Philipp. Erlauben Sie, ich tauge zu keiner Unterhaltung Draußen gehe ich die Gallerte auf und ab man wirdmich rufen, wen» (er geht und macht einen Versuch zur Ver-beugung.)

Sekretär (der ihm lange nachsieht). Sehr sonderbar!Der Kanzler hat Recht, der Mensch ist gefährlich I den muß ichnäher beobachten.

Fiiichchliter Auftritt.

Sekretär. Hosrath.

Hosraih (im Herausgehen). Es ist ja so still! Ister fort?

Sekretär. Er geht draußen in der Kupfer - Gallerieund wartet, daß man ihn ruft.