Druckschrift 
10 (1860) Hausfrieden [u.a.] Elise von Valberg
Entstehung
Seite
279
Einzelbild herunterladen
 

279

schließe meine Augen nicht, ich bete erst für mein Kind ichfreue mich meines Aufstehens nicht, als nur für Dich zu sorgen,an meinem Kinde Freude erleben zu können: und die, für dieich alles das thue sucht Augenblicke, gut und aufrichtig gegenmich seyn zu können I

1Äugnstc. O meine Mutter I (Lehnt sich an sic.)

*Mad. Vravc. Hör auf, ich bitte Dich l

Vravc. Warum wendest Du Dich zu Deiner Mutter? Michhast Du gekränkt. Komm zu mir! Ich habe Dir ja vergeben.(Auguste fällt ihm um den Hals.) Sey nur gut und aufrichtig undgeradezu I Mädchen, das darfst Du glauben: in all DeinenBüchern gibts keinen Vater, der sein- Tochter so herzlich liebt, alsich Dich. Nun ich bin mit meinem Kinde wieder einverstanden lwo lebt ein Mensch, der glücklicher wäre, als ich! Die ganzeHoffnung meines Lebens halt' ich jetzt in diesen Armen I (Srumarmt sie, und beide bleiben einen Augenblick in dieser Stellung.)

Mali. Vravc (nach einer Panse). Gehöre ich nicht zu Euch?

vravc (rasch). Vergib mir vergib I was wäre mein Lebenohne Dich? Wer könnte sich so herzlich mit mir über meineAuguste freuen, als die, welche sie mir gab l Jetzt will ich DeinenFlüchtling aufsuchen. Gott lasse mich ihn finden, wie ihn dießMädchen verdient! (Er geht, wendet sich aber wieder rasch zu seinerFrau.) Ich bin nicht empfindsam, aber daß ich Dich übersahthut mir wehe! (Ergeht.)

Mad. Vravc (ihm hastig nach). Laß mich die Thräne weg.küssen, die da glänzt. (Sr g-ht ab.)