Mad. Vrave. Wenigstens sehr leichtstnnig.
Auguste. Er spottet der Empfindung.
Mad. Vrave. Ms den gefühlvollsten Mann mußt Du ihnDir freilich nicht denken.
Auguste. So — wie er nun einmal lebt, mag er sichvielleicht betäuben wollen.
Mad. Vrave. Nur sollte er nicht vergessen, daß dasUrtheil —
Auguste Böse ist er nicht.
Mad. Vrave. Das nicht.
Auguste Wenn er ganz unbeobachtet ist, thut er dochmanches Gute.
Mad. Vrave. O ja.
Auguste. Und immer mit so vieler Herzlichkeit — ganzohne den Schein zu wollen.
Mad. Vrave. Das ist wahr.
Auguste. Ein Mann kann nicht sür alles so weich sehn,als wir; gefühllos ist er aber darum doch nicht. Er steht nichtgut mit seinem Bruder — es thut mir leid —
Mad. Lrave. Deßhalb entschuldige ich ihn allenfalls.ES mag schwer halten, mit dem mürrischen Menschen ans-zukommen.
Auguste. Nun sehen Sie — demungeachtet, welchen herz-lichen Antheil nahm er nicht an seiner Krankheit? wie unermüdetwar er sür seine Bequemlichkeit besorgt. O er ist nicht böse I Erist gewiß nicht böse!
Mad. Vrave. Wenn er nun gleichwohl —
Auguste. Für mich nicht gut wäre? — Ach, ich Un-glückliche! Und ich liebe ihn so herzlich! liebe seine Fehler;denn die schlimmsten entstanden aus Anlagen zu herrlichen Eigen-schaften.