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10 (1860) Hausfrieden [u.a.] Elise von Valberg
Entstehung
Seite
265
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Mad. Vrave. Wenigstens sehr leichtstnnig.

Auguste. Er spottet der Empfindung.

Mad. Vrave. Ms den gefühlvollsten Mann mußt Du ihnDir freilich nicht denken.

Auguste. So wie er nun einmal lebt, mag er sichvielleicht betäuben wollen.

Mad. Vrave. Nur sollte er nicht vergessen, daß dasUrtheil

Auguste Böse ist er nicht.

Mad. Vrave. Das nicht.

Auguste Wenn er ganz unbeobachtet ist, thut er dochmanches Gute.

Mad. Vrave. O ja.

Auguste. Und immer mit so vieler Herzlichkeit ganzohne den Schein zu wollen.

Mad. Vrave. Das ist wahr.

Auguste. Ein Mann kann nicht sür alles so weich sehn,als wir; gefühllos ist er aber darum doch nicht. Er steht nichtgut mit seinem Bruder es thut mir leid

Mad. Lrave. Deßhalb entschuldige ich ihn allenfalls.ES mag schwer halten, mit dem mürrischen Menschen ans-zukommen.

Auguste. Nun sehen Sie demungeachtet, welchen herz-lichen Antheil nahm er nicht an seiner Krankheit? wie unermüdetwar er sür seine Bequemlichkeit besorgt. O er ist nicht böse I Erist gewiß nicht böse!

Mad. Vrave. Wenn er nun gleichwohl

Auguste. Für mich nicht gut wäre? Ach, ich Un-glückliche! Und ich liebe ihn so herzlich! liebe seine Fehler;denn die schlimmsten entstanden aus Anlagen zu herrlichen Eigen-schaften.