Hofrät hin (mit aufgehobenem warnenden Finger, mehr mit Be-dauern als Vorwurf). So tief ließ Dich die Krankheit Deiner Seelefallen?
Eehcimeräthi» (entschloß«»). Dieß Billet enthält einVerbrechen.
Hosräthtu (fest). Wenn es wäre — willst Du durch eineErniedrigung dem Verbrecher gleich stehen?
Sehclmeräthin (heftig). Ich wkll wissen, woran ich bin.
Ho fr St hin (gibt ihr das Billet). Ich kenne Dich nicht mehr.(Tritt von ihr.)
Teheimeräthin (in ThrSnen). Liebe Mutter!
Hosräthin. Und wenn nun dieß Billet eine gleichgültige,ihren Prozeß betreffende Sache enthielte — und Du hast es er-ästnet — er vermißt es — wie stehst Du dann Deinem Mannegegenüber?
Gchrimeräthiu. Ach! Sie haben Recht! Aber hier —hier spricht eine Stiinms doch anders!
Hosräthin (mit Wärme). Willst Du zuerst Deines MannesZutrauen entsagen? Julie! — willst Du erreichend, mit gesenktemBlicke vor ihm stehen?
Ccheimeräthin. Es ist wahr! — Aber wenn er sie liebt— wenn es hier geschrieben steht, daß er sie liebt? — Ach! dieseZeilen brennen wie Feuer in meiner Hand!
Hosräthin. Und wenn es darin stände, und Du hättest esgelesen — was wäre er dann?
GeheimerSthiu. Dann würde ich ihm alle die Verachtungfühlen lasten, die er verdient.
Hosräthin. Rache ist nicht Liebe.
Geheime rät hin. Ich würde ihn vergessen.
Hosräthin (mit aller Ergießung de» Mutterherzens, mlt derWürde der Wahrheit). Nein, liebe« Kiud, Du würdest nur um so