v. Lülrn lseufzt).
Fürst. Wenn ich nun den ganzen Tag gearbeitet habe —wenn die mühsamsten Untersuchungen mir von der Hand gegangensind — und ich möchte das nun gern jemand mittheilen, (wehmüthtg)wen habe ich?
v. Ast len (in Reflexion). Freilich I
Fürst. Wenn ich Plane für die Zukunft mache — dieserPlane wegen mir versagen muß — und ich glaube nun — über-rede mich zu glauben — eine Scene der Natur wird bei meinerFrau mich belohnen, wenn ich so mit warmem Herzen ihr ent-gegengeeilt bin, was habe ich gefunden? Verstand — Förmlichkeit— Etikette, und den Satan, die Seradini. Dann wurde mirauch die Tugend gleichgültig, die — wer weiß — nur beibehaltenist, weil sie bei ihrem Herrn Vater zur Hofetikette gehörte.
v. Lilien (entschlossen). Es ist wahr — Ihre Durchlaucht sindnicht glücklich verheirathet.
Fürst. Nein, nein I (Er fallt ihm um den Hals.) Ach Gottnein ich bin es nicht.
v. Lülcn. Ein Fürst bedarf Nahrung de« Herzens — umnicht zu ermüden an dem Undank der Menschen. Ein Fürst bedarfdas mehr als wir alle. Schon seine Vermählung ist mehrentheilsein Opfer für das Vaterland —
Fürst. Dem er sein Leben hinspfert, ohne Dank und Freude-
u. Lilien. In dieser Rücksicht — und wenn das Decorumbeachtet ist — darf der Fürst, der, wie Ihre Durchlaucht, demStaate sein Leben heiligt — einen Schritt über die Linie gehen,wenn dieser Schritt —
Fürst. So nöthig ist, die Kraft seines Herzens, sein Wohl-wollen zu erhalten. — Ach — was ist ein Fürst ohne Herz?
v. Aülrn. Das — das macht mich in diesem Falle nach-giebig. gegen die Strenge meiner Grundsätze. Doch folgen Ihre