Druckschrift 
10 (1860) Hausfrieden [u.a.] Elise von Valberg
Entstehung
Seite
16
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Fr. v, Valb erg (außer sich). Mein Bruder?

v. Witting. Kommt heute

Fr. v. Vallirrg. Kommt?

v. Witting. Hier an.

Fr. v. Valb erg. Mein Bruder I Mein August I MeinBruder Ist das wahr? Ist es gewiß? Kommt er heutenoch? heute?

v. Witting. Heute.

Fr. v. Valberg. Wittingl So schön haben Sie noch nie-mals ausgesehen; ich möchte Sie umarmen I Da nehmenSie meine Hand So schön sind Sie noch niemals gewesen,als da Sie das anssprachen:Ihr Bruder kommt heute!"Wo haben Sie es denn gesagt? aus welcher Stelle? Da dal Und so bogen Sie Sich zu mir herüber, und nun war IhrAuge so gut dazu! Witting wenn mein Bruder wieder weg-reiset, werde ich sehr betrübt seyn; dann will ich hierher an dieseStelle gehen und daran denken, daß Sie Sich so gefreut haben,weil mein Bruder kommt. Ich werde Sie rufen kaffen. Auf derStelle da wollen wir von meinem Bruder sprechen, bis ich nichtsmehr von ihm weiß. Dann werde ich damit aufhören, Ihnensehr gut zn seyn. Nun Sie reden nichts?

v. Witting. Ich höre Sie.

Fr. v. Valbrrg. Sie werden doch etwas dabei denkenetwas doch

v. Witting. Ein Gedanke jagt den andern, ein Gefühlbestürmt das andere.

Fr. v. Valberg. Warum sagen Sie diese Gedanken unddiese Gefühle nicht?

v. Witting. Fräulein man kann nicht immer alles sosagen, was man denkt