sehr stolz, beide nicht aus Liebe — sondern von vier alten ge-heimen Rathen an einander verheirathet — wir, zwei kluge Köpfe— die zwei fürstlichen Herzen und Schatullen uns zu Gebote. —Was ist uns nun die größte Sicherheit dafür, daß wir länger dieKanzleien tanzen lasten, und bald das ganze Land regieren werden.
Seradini. Ein Titel, der uns berechtigt —
Lchmidt. Livree ist unsre Sicherheit! Livree! Dennda mag Luciser selbst gegen uns arbeiten. Sie würden denschön abspeisen, der ihnen sagte, daß sie von der Livree geführtwerden.
Seradini. Nur das schmutzige Gold ist Ihr Götze.
Schmidt. Nur für die eitle leere Ehre laden Sie aller WeltHaß aus sich.
Seradini. Geliebt sind Sie wahrhaftig nicht, mein Bester.
Schmidt. Eben für den Haß mache ich mich bezahlt.
Seradini. Wie gemein!
Schmidt. Zu welcher Ihrer Qualitäten kann ich sagen —wie edel? —
Seradini. Herrschen will ich — herrschen; das ist —
Lchmidt. Mit vielem Golde herrscht man wo man will. —
Seradini. Ihr höchster Zweck ist nur der, daß Kaviar undChampagner bei Ihnen nie ausgehen mögen.
Schmidt. Kann seyn. — Machen Sie mich nun eben soaufrichtig bekannt mit Ihrem Zweck.
Seradini. Die Fürstin ist schön —
Schmidt. Der Fürst gähnt, und sagt, sie ist schön. Wozuführt das?
Seradini. Er liebt sie nicht, aber er hält denn doch aufgewisse Außenseiten; er achtet ihren Verstand —
Ljchmidt. Nun ja — es ist so eine Art Verstand, die ihnaber nicht amüfirt.