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8 (1860) Erinnerung [u.a.] Die Advokaten
Entstehung
Seite
252
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Mad. Lcrg. Wer?

Lop Hit (unruhig). Zehn Uhr vorbei? Er sollte schon hier sevn.Mad. Lcrg. Um Gotteswillen, wer?

Lop hie. Wem anders kann dich Herz so entgegen schlagen,

UM Wen anders kann (Sie geht umher und sagt dann schnellund mit Verzweiflung.) Er kommt Thurneisen kommt!

Mad. Lcrg (erschrocken). Fräulein!

Sophie. Höre seine Antwort auf meine Bitte. (Sie lie«schnell und ängstlich.)Mühe und Gefahr sind nichts gegen DeinenWillen. Mein Verhängniß ruft; Dein Leben sagst Du, stände ansdem Spiel, wenn ich zum drittenmale mich weigerte wohlich setze mein Leben dagegen und bin um zehn Uhr dort. LaßFriedrich meiner warten." Die Liebe wird ihn schützen!

Mad. Lrrg. Meine Besinnung verläßt mich das kannnicht seyn, das darf ich nicht zugeben. Das muß ich hindern.Sophie. Nicht diesen letzten Abschied willst Du mir gönnen

nicht diese letzten Thränen. Umsonst soll er alles gewagt haben

Ehre und Leben umsonst gewagt haben. Mutter! Nur dießmalsey gütig. Laß mir das traurige Vergnügen ihn zu trösten. Laßmich ihm sein Unglück verkünden, daß nicht ein Fremder ihm sage,die Betrügerin hat sich heute verheirathet. Ich habe ihm Liebe ge-schworen und ein Fremder soll meinen Meineid ihm erzählen?Nein nimmermehr und sollte ich sterben eher sterben alsdaß er durch einen andern das erführe. Mutter! Ich habe Muth

treibe mich nicht auf das Aeuß?rste das Aeußcrste ist derTod und der Tod wäre mir willkommen!