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8 (1860) Erinnerung [u.a.] Die Advokaten
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sey sie noch so gerecht gewinnt man bei alten Leutenselten. Ich habe ihm deßhalb abgerathen, in dem Augenblickezum Minister zu gehen. Absichtlich habe ich den Minister fürIhren Vater nie weder bestürmt, noch jemals irgend etwas fürihn dort gesucht; denn ich weiß, daß er nicht sür diesen ist, sosehr ich seine Zufriedenheit mit Ihrem Bruder kenne. Ich habeden Minister gesprochen; ich habe ihm geradezu den Druck ge-schildert, unter welchem Ihr Bruder leidet.

Heu riet Ir «unruhig!. Und was hat er Ihnen geantwortet?

Doktor. Er antwortete nach seiner Weise kurz und wenig;aber ich glaube bemerkt zn haben, daß er den Handel aus demrechten Lichte sieht, daß er mit der Lage Ihres Bruders beschäftigtwar, und es soll hoffe ich nun nichts mehr schaden, daßder Geheimerath Seeger, wie ich von dem Minister weggegangenbin, zu ihm gefahren ist.

Henriette (erschrocken), Der Geheimerath ist zu dem Ministergefahren Mein armer Bruder I

Doktor. Prävenirt ist nun der Minister wenigstens doch-Die Stabt richtet sich in solchen Dingen nach der Meinung,die man nach oben zu davon hat. Es ist ein Glück, daß hier derObere auch der Klügere und Bessere ist.

Henriette. Ach Sie heben jeden Kummer mit Güte undKraft. Wie vermöchten es unsere dankbarsten Empfindungen,Ihnen zu vergelten, was Sie für uns thnn und sind!

Doktor (verbeugt sich).

Henriette. Als Sie gekommen sind, habe ich an Sie ge-schrieben. Ich bin nicht fertig was thnt das? Nehmen Siedie Ergießung meines Herzens, edler Mann. (Sie gibt ihm darPapier.) Nehmen Sie wie sie da ist.