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8 (1860) Erinnerung [u.a.] Die Advokaten
Entstehung
Seite
102
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Hosrath. Ei mein Gott!

Wellend erg er- Gift ist in dem Weine, den Sie mirvorgesetzt haben.

Hosralh. Sollte ein unglücklicher Jrrthum

Wellenberge r. Gift ist es, das meinen Mund auf ewigschließen sollte, damit ich, mit Unterhandlungen etngeschläsert,schnell aus der Welt gehen sollte, und von Ihren Gräueln nichtmehr reden könnte.

Hosrath (nimmt sich zusammen). Herr Advokat, Sie unter«stehen Sich

Wellenberge r. Ich unterstehe mich, Sie einen Mörderzu heißen.

Hosrath. Wer weih, was Sie unterdessen mit dieser Bouteillegemacht haben?

Wellenberge r. Wollen Sie's darauf wagen? wollen Sie?Ich sehe, und Sie fühlen schon das Kainszeichen, das Gott aufIhre Stirne gebrannt hat. Denn Ihre Seele wirkt nicht mehr.Sie sind dahin, die Angst entkräftet Sie, daß Ihre heiße Zungeam Gaumen bebt und lallet.

Hosrath. Aber Sie Sie

Wellend er ge r. Stille geschwiegen, denn hier ist nunnichts mehr zu machen, als mit Angst abzuwarten, was ich thunwill. Hier steht das Verbrechen, da steht der arme Sünder, undhier stehe ich als Richter, oder barmherziger Mensch, je nachdemSie Sich zerschlagen in meine Hände geben; wo nicht, als An«klüger vor den weltlichen Gerichten I Hiemit knieen Sie in diesemAugenblick unter dem Schwert! Was ist nun zu thun?

Hosrath (zitternd). Mein Gott

Wrl Irnberg er. Sie sind am Ende! Die Strafe Gottesliegt in meiner Hand, die Barmherzigkeit in meinem Herzen