Druckschrift 
8 (1860) Erinnerung [u.a.] Die Advokaten
Entstehung
Seite
90
Einzelbild herunterladen
 

90

Hofrath. Wo denken Sie hin?

Wellenberge r. Wo wollen Sie hin, nach dem TodeIhres Leibes?

Hosrath. Denn des Doktors Narrheit bewegt mich einfür allemal zu nichts.

Wittenberger. Aber der feierliche Eid, den ich Ihnen vorGericht, bei offenen Thüren abfordre, daß Sie von allem, was dieErbschaft auemacht, nichts ninls liäe besitzen?

Hosrath. Den kann ich leisten! Den

Wcllenbcrgcr (steht auf).

Hosrath. Wohin?

Vetlrnberger. Forti Denn denn es überläuftmich ein Grausen, daß der Eid Ihr Herz nicht ans den Angelnreißt, daß Sie die drei Finger gegen Gottes Gericht ausstreckenwollen. ES funkelt mir vor den Augen, und ist mir, als hörteich den bösen Feind zwischen mir und Ihnen züngeln und Pfeifen,zischen und hohnlachen, nnd als sähe ich seine glühenden Krallen indie arme Seele fahren, sie an sich zu reißen, für nun und ewig. Ich bin krank, thun Sie Gutes, und lassen Sie mich nachHause und zu Bette gehen. (WM gehen.)

Hosrath. Bleiben Sie

Wcllcubcrger. Ich kann nicht.

Hosrath. Meine Propositionen müssen Sie doch als Anwaltder Kinder erst hören.

Wrllenbcrgcr. Proponiren Sie denn kurz und gut.

Hosrath. Setzen Sie Sich.

Wellenberg er. Ja, ich muß. Denn der falsche Eid hatmich abgemattet (setzt sich) proponiren Sie zu Gottes Ehre undIhrer Seelen Heil, damit ich wieder zu Kräften komme.