Fünfter Auftritt.
Advokat Wellen berge r. Voriger.
Wellenberge r. Mein zu verehrender —
Gchcimerath, Was wollen Sie, Herr Advokat?
Wellenberge r. Herr Geheimeralh, ich muß Sie uoth-gcdrungen aufsuchen. Der Prozeß der armen Briinnigischcn Erben --
Geheimeralh. Ist geschloffen, Sie haben den Spruch.
Wellenberge!. In allewege. (Holt da« Papier hervor.)Hier ist er. Je mehr und länger ich dieses Papier betrachte, jemehr kommt es mir vor, wie ein aufgebrochener, zerschlagner,beraubter Gotteskasten I
Geheimeralh. Sie sind unverschämt, Herr Advokat —
Wellenberge r. Nein, mein zu verehrender — aber muthig,muthig von Gott, wie ein mit Sinn und Recht bewaffneter alterKnecht, für Rache schreiendes Waisenrecht. Das bin ich.
Geheimeralh. Wollen Sie appelliren —
Wellenbcrger. Ja. Fürwahr!
Geheimeralh. So thun Sie es, indeß lassen Sie mich—
Wellenberge r. Nicht, nicht. Ich laste Sie nicht. Ichappellire an Sie, zu verehrender I Nicht qua juäex, sondernqua domo, qua Iiomo, der an den jüngsten Tag glaubt, unddereinst bei dem großen Posaunenschall rechts zu den Schaaren ge-sellt seyn will, nicht links zu den Böcken, wo sonder Zweifel somancher Hofrath da stehen und zähnklappern wird.
Geheimeralh. Ich ehre das Gefühl, das Sie beseelt,mein Herr, aber es führt leider nicht zur Sache. Appelliren Siein der Form, bei —
Wellenbcrger. Ich will zu Umgehung aller die Sacheauf- und hinhaltenden Repliken, Dupliken und Fatalien, Ihnen ein