Hosrath. Ich glaube sie nicht. Ich will sie aber anuehmen,und gleich Anstalt zu Deiner Schwester Mitgift machen.
Hosräthiu. Wie?
Ho fralh. Zu ihrer vollen Mitgift! Mag ich unglücklichund verlassen seyn von Weib und Freund, an Edelmuth sollen siemich nicht übertrefsenl — Seine Heirath soll ohne Aufschub seyn.
Hosräthiu. Da er aber nun —
Hosrath. Ich dringe darauf. Ich habe nun keine andereBeruhigung — als Vollziehung dieser Heirath. Und — wenn Dunoch die bist, die du warst — so wirst Du mich nicht verlassen,daß ich Deiner Schwester ersetzen kann.
Hosräthiu (nimmt die Ohrringe aus). Nimm zurück, Freund— und was etwa fehlen könnte, finden wir ja auch noch wohl.
Hofrath. Sophie!
Hosräthiu. Du kannst Deinem Herzen damit eine Lastnehmen: jetzt finde ich das Gut wieder, wenn dieß fort ist.
Hofrath. Sophie, Sophie —
Hosräthiu. Eile, gib ste weg, damit ich Deine gute Seeleberuhigt weiß.
Hofrath. Das kann ich nicht, Sophie!
Hosräthiu. Gib ste weg, ich bitte Dich!
Hosrath. Dich dem Gespötte der Stadt, dem Fingerzeigender Weiber auszusetzen —
Hosräthiu. August —
Hosrath. Mir sagen zu lasten, daß ich wie ein Knabe nachDingen strebte, die ich — Nein — eh' esse ich trocken Brod.Sieh, wie das Blut mir ins Gesicht tritt, bei dem Gedanken derMöglichkeit, daß man Dir — laß mir diese Schwachheit. Liebeist ja Güte, nicht Gerechtigkeit. Sey gut, ertrage mich, sey ge-wiß — ich erreiche noch auf meinem Wege, oder ich bekomme die