83
Fräulein (geht).
Präsident (führt st- vor). Ich habe eine Erklärung zugeben, welche ihre Ehre betrifft. (Zur Prüstdentln.) So sehr sinddie Umstände noch nicht verändert, daß Sie mir die gute Lebens-art versagen könnten, mich anzuhören, wenn ich darum bitte I(Rasch und ernst zun, Domherrn.) Nicht wahr, mein rechtschaffenerHerr von Wellar?
Ooin Herr (verlegen). Madam werden am besten wissen —Präsidentin. Ein zärtliches täte-s-tüte wollen wir nichtstören; kommen Sie, Herr von Wellar — (Will gehen.)
/ Fräulein. Herr Präsident, schonen Sie meiner. (Will»gehen.)
1 Präsident (ergreift ihre Hand und tritt mit ihr der Präsidentin<in den Weg). Wenn Sie gehen, Madam, so folge ich Ihnen^entschlossen nach.
k Pr äsideul ln(bleibt erstaunt, betroffen und »nentschloffen stehen).V. Präsident. Es gilt hier die Ehre eines tugendhaften
Mädchens, die um illeinetwillen zu Grunde gerichtet werden soll.Alle die es versagen wollen, ihre Vertheidigung zu hören — erkläreich für Menschen ohne Herz und Werth I
Fräulein. Herr Präsident, ich bitte Sie um Gottes-willen, fahren Sie nicht fort. Das Gefühl in mir zersprengtmir die Brust, ich weiß nicht, wohin ich mein Gesicht wenden soll— ich kann kaum reden — lassen Sie mich in Ruhe enden.Gnädige Frau! noch haben Sie Rechte auf mich, machen Siediese geltend und reißen Sie mich aus dieser furchtbaren Lage!
Präsidentin. Diese Rechte und Sie selbst trete ich ab auIhren Bertheidiger! an Ihren Freund I
Präsident. Der war ich immer! Ein Ungeheuer wäreich, wenn ich es nicht sehn wollte. Was Sie für mich