Sekretär (mit Würde). Gnädige Frau — ich traue Ihnenzu, daß Sie unfähig sind, eine Seele zu beugen, der Sie IhreAchtung nicht versagen können.
Präsidentin. Weßhalb wird mir der Eintritt verweigert?
Fräulein lmit edlem Ausdruck). Ich bin unschuldig —
Präsidentin. Ich erfahre es jetzt, wie sehr Sie das sind
— Die Welt soll cs auch erfahren.
Sekretär. Gnädige Frau, hören Sie mich gelaffen an —
Fräulein (bei Seite in der stärksten Bewegung). Mein Gott
— — o mein Gott!
Präsidentin hum Sekretär Steck). Mit Ihnen habe ich nichtszu reden. (Zu Fräulein von Lehning.) Sie empfangen Ihren Unter-halt von mir, ich habe Rechte über Sie. Weßhalb diese gerungenenHände, dieß erhitzte Gesicht, diese von Thränen aufgeschwollenenAugen. Ich will wissen was Sie hier zu thun haben?
Fräulein. Sie sollen es wissen. — Diesem ehrlichenManne habe ich alles vertraut, was oben bei Ihnen vorgefallenist. -
Präsidentin (heftig). Wie?
Fräulein. Ich habe ihn gebeten, den Präsidenten zu rettenund Sie mit ihm auszusöhnen —
Präsidentin. Ihnen also sollte ich ein so unschätzbares Gutzu verdanken haben, als der Herr Präsident ist?
Sekretär. Unschätzbar ist sein Herz. Ja, Frau von Wien-thal, das beträchtlichste Vermögen wiegt diesen Werth nicht auf.Ich kenne hier nur eine Person, die seiner würdig ist. Schätzekann diese ihm nicht reichen — Könnte sie es? o bei Gott, siewürde keinen Werth darauf legen. Sie gab schon alles, was siehat, ihr Herz und seine Sehnsucht opferte sie auf und that es ohnePrunk.