Lieutenant. Hier seyn? Warum dar? Wünscht sie,daß wir unterbrochen werden?
Louise (verneigt sich, man sieht ihr tiefe Wehmuth an).
Lieutenant. Ich habe die Erlaubniß, Ihnen aufzu-warten.
Louise. Herr Lieutenant —
Lien tcnaut (gibt sich und ihr Stühle, sie setzen sich). Sieeilten jenen Abend so sehr, als ich Sie das letztem«! sah —
Louise. Die Nachtluft — (Pause.)
Lieutenant. Mamsell — wir sind beide in Verlegenheit.Heben wir diesen Zustand auf, für den wir beide zu viel Gerad-heit haben. (Zärtlich.) Meines Lebens schönste Erwartung stehtbei Ihnen.
Louise (ThrSnen verbergend, halb für sich). Ach Gott l
Lieutenant. Ich sage das nicht, um Ihrer feinen Em-pfindung ein Ja oder Nein abzudringen — ich bitte Sie sogar,mir jetzt keines von beiden zu sagen. Ich will nur — Sieweinen? — es befremdet mich nicht. Ich finde es so natürlich,daß eine Frage, deren Antwort für eine ganze Lebenszeit ent-scheidet — Sie erschüttern muß.
Louise (mit Vertraue» zu lhm gewandt). DaS ist sehr wahr.
Licutruaul. Sie dachten an keine Veränderung Ihres Zu-standes ?
Louise (verneint eS>.
Licuteuaut. Sie dachten kaum, daß Sie jemals bießHaus verlaßen würden?
Louise (mit Ausbruch von ThrLnen). Niemals I
Lieutenant. Sie kennen mich nicht — Sie wissen nicht,ob ich die Unschuld Ihrer lieben Seele verstehe, ob ich Sie achtenwerde.
Louise (macht eine Bewegung der Höflichkeit).