Druckschrift 
9 (1860) Der Vormund [u.a.] Bewußtsein
Entstehung
Seite
166
Einzelbild herunterladen
 

166

muß es doch hier oben verdammlich zugegangen seyn, wenn dieHauben zum Fenster hinaus fliegen.

Rothenburg (geht umher). Hm!

Gräber. Sehen Sie! (Er halt ihm den Stock hin.) EineAepfelfrau hatte sie aufgehoben.

Rothenburg. Sie war in guten Händen.

Gräber. Bei Leibe! Ich habe sie modo eines halbenGuldens vindicirt, und deponire sie hiermit. (Er legt sic auf denTisch.) Nun der Herr Bruder haben sich also der Humanitäteines Kusses überlaffen?

Rothenburg. Nein!

Gräber. Frisch negirt! Aber was ich sah und gernsah denn Homo sum, kumsni nikil a me siienum, streitetmau mir nicht weg. Nur

Rothenburg (kalt). Streite ich?

Gräber. Man mag die Menschheit schmähen, man mag sichwegsperren, man mag über Uudanl weinen wenn so ein zartesKind an unserm alten Herzen liegt, so hält man'S mit der Mensch-heit und der Dankbarkeit.

Rothenburg. Beinahe.

Gräber. Nun, Herr Bruder! Herr Bruder und re-spektive Vater in Zukunft

Rothenburg. Vater?

Gräber. Ja, da das Kind meinen Sohn erwählt hat

Rothenburg. Erwählt hat? zu was?

Gräber. Zum Manne.

Rothenburg. Das hat sie nicht.

Gräber. Freilich! so habe ich wegen der Ehepakten

Rothenburg. Ehpakien?

Gräber. Und wegen ihres Vermögens Richtigkeit machenwollen.