springen, nicht mehr gebogen werden. Er ritzt jetzt Glasund wird von der Feile nicht mehr angegriffen. BeimHärten springt der an ihm haftende Glühspahn ab undseine Oberfläche wird rein, welches nicht bei dem Eisender Fall ist, das aufserdem bei einer ähnlichen Behand-lung weich bleibt. Wird der so gehärtete Stahl erhitzt,so verliert er seine Härte, nach Maafsgabe der Tempera-tur, bis zu welcher er erhitzt war. Ein Messer z. B., des-sen Schneide zu hart ist, wird weicher, wenn es in eineben aus dem Backofen herausgenommenes Brot gestecktund mit demselben zugleich der Abkühlung überlassenwird. Um nach den verschiedenen Zwecken, wozu derStahl angewandt werden soll, seine Härte einzurichten,reinigt und schleift man seine Oberfläche nach dem Här-ten blank, erhitzt ihn darauf und beurtheilt nach der Farbedes Anlaufens, welchen Grad von Härte der Stahl besitzensoll. Das Anlaufen, welches eigentlich eine Oxydationist, worin das feine Häutchen mit den Farben des Regen-bogens spielt, fängt mit dem Strohgelben an, geht daraufzum Goldgelben mit eingeslreuten Purpurstreifen über,worauf es purpurfarben, violett und endlich blau wird;bei dem Glühen verschwindet diese Farbe gänzlich, wäh-rend sich eine dicke Lage von schwarzem Oxyd bildet.Diese Farben leiten den Künstler, und bestimmen, wanner den erwärmten Stahl herausnehmen soll, um ihn inWasser oder Fett abzukühlen. Die erste gelbe Anlauf-farbe pafst für Meifsel und andere schneidende Instru-mente, die zur Bearbeitung des Eisens bestimmt sind;Goldgelb und anfangendes Purpurrolh für Meifsel undWerkzeuge für weichere Metalle; Purpurroth für Messerund Werkzeuge zur Handarbeit, und Veilchenblau undBlau für Uhrfedern, die erst bei dieser Behandlung ihrenrechten Grad von Elasticität erhalten. Da der Stahl inseinem gehärteten Zustande die Zähigkeit des Eisens nichthat, so schweifst man gewöhnlich Stahl mit weichem Eisenzusammen, und bisweilen verwandelt man die Oberflächevon schon fertigen Eisenarbeiten dadurch in Stahl, dafs
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