386
Eisen.
zug hat, dafs seine Masse überall gleichartig ist und sichalso zu polirten Arbeiten vorzüglich eignet.
Obgleich eine gewisse Menge Kohlenstoff zur Gütedes Stahls nothwendig ist, so ist dieses doch nicht alleinhinreichend, um den besten Stahl hervorzubringen, son-dern es ist dazu noch eine Beimischung von Mangan undvon Phosphor nöthig. Daher geben alle manganhaltigeErze ein zur Stahlbereitung besser passendes Eisen, alsdie, welche kein Mangan enthalten, und daher hat dieErfahrung von Alters her gelehrt, dafs Kohle aus thieri-schen Stoffen, in gewissem Verhältnifs zu den Holzkohlengemischt, bei der Stahlbereitung einen besseren Stahl giebt,als die Holzkohle allein. Yauquelin fand bei der Ana-lyse einiger guten Stahlsorten Mangan, Phosphor, Kieselund Magnesium, obgleich die letzteren in sehr geringenMengen. Faraday und Stodart haben vor kurzem ge-zeigt, dafs ein sehr geringer Zusatz von Rhodium oderSilber zum Stahl, diesen in sehr bedeutendem Grade ver-bessert, welches besonders- für schneidende Instrumentewichtig ist, und Berthier hat das nämliche vom Chromerwiesen. Rhodium kann seiner Seltenheit wegen nichtallgemein angewandt werden, aber das Silber kann hiezuum so leichter gebraucht werden, da nicht mehr als T ~vom Gewicht des Stahls an Silber hiezu nöthig ist, wel-ches in keinem bedeutenden Grade den Preis des Mate'rials erhöbt.
Der Stahl hat eine hellere Farbe als das Eisen. Seinspecifisches Gewicht ist 7,8 bis 7,9. Er kann in der Roth-glühhitze nicht mit der Leichtigkeit wie das Eisen behan-delt werden und er fordert bei seinem Aushämmern vieleVorsicht. Enthält er zu viel Kohlenstoff, so zerspringt erunter dem Hammer in kleine Stücke. Er läfst sich leich-ter als Eisen zerbrechen, und seine Bruchflächen sind nicht,wie die des Eisens, uneben und höckricht, sondern ebe-ner, körnig und von hellerer Farbe. Wenn der glühendeStahl schnell abgekühlt wird, z. B. durch Eintauchen inkaltes Wasser, so wird er hart und kann, ohne zu zer-