Kohlenstoffeisen.
379
es von den Hüttenleuten gaares Roheisen genannt.c) Weifses Roheisen ist von zweierlei Art: entwederhat es sich unter dem gewöhnlichen Gange des Hohofensaus manganhaltigen Erzen gebildet, oder es ist bei einemzu grofsen Ersätze gegen die Kohle entstanden, in wel-chem Fall es Roheisen von rohem Gange genannt wird.Es ist silberweiß, so hart, dals es Glas ritzt, spröde, undnimmt vom Hammer keinen Eindruck an. Es hat einenkrystallinischen Bruch, welcher bisweilen sehr große Kry-stallflächen zeigt. Bei plötzlichem Wechsel der Tempera-tur zerspringt es wie Glas.
Beinahe alles Roheisen, welches schnell abgekühltwird, bekommt mehr oder weniger die Eigenschaften desweifsen Gufseisens, und im Allgemeinen hat die gröfsereoder geringere Beschleunigung des Erstarrens auf das An-sehen des Roheisens vielen Einflufs. Die Ursache davonist, dafs das Roheisen nicht aus einer einzigen chemischenVerbindung besteht, sondern eine zusammengeschmolzeneMasse von mehreren ist, die sich unter einer langsamenAbkühlung scheiden, wobei eine jede ihrer Schwere undAggregationskraft folgt und zu verschiedenen Perioden derAbkühlung erstarren und krysiallisiren; dadurch bekommtdas langsam erstarrte Roheisen ein so ungleichartiges An-sehen im Bruch. Dieses Ansehen ist an den Kanten ver-schieden von der Mitte, und an dem oberen Theile ver-schieden von dem unteren.
Man hat in neueren Zeiten verschiedene Sachen ausRoheisen zu verfertigen angefangen, wie Messer, Schee-ren, kleine Nägel u. s. w., welche sonst aus geschmiede-tem und verstähltem Eisen gemacht werden, und man hatzu diesem Zweck ein Mittel gefunden, mit Verminderungder Härte des Roheisens, diesem seine glasähnliche Sprö-digkeit zu benehmen. Man nennt diese Operation dasAdouciren, und sie besteht darin, dafs das gegossene Stück,in einem pulverförmigen Stoffe eingepackt, eine längereZeit glühend erhalten und mit der dasselbe umgebendenMasse der Abkühlung überlassen wird. Man glaubte An-fangs, dafs das Roheisen durch das Verbrennen von Kohle