*T\..
Phosplioreisen.
375
ses Phosphoreisen wird weder in Schwefelsäure, noch inChlorwasserstoffsäure aufgelöst, und es löst sich nur mitSchwierigkeit in concentrirter Salpetersäure und in Kö-nigswasser auf. Vor dem Löthrohr schmilzt es leicht undbehält, auch im Oxydationsfeuer, recht lange seinen Phos-phorgehalt. Es besteht aus 77 Th. Eisen und 23 Tb.Phosphor. Das Eisen ist darin mit halb so viel Phosphorverbunden, als nöthig ist, um mit dem Eisenoxydul einneutrales phosphorsaures Salz zu geben; bei seiner Bildungwird also gerade die Hälfte des im Salze enthaltenen Phos-phors von der Hitze verjagt. Es verdient versucht zu wer-den, ob eine höhere Verbindungsstufe des Eisens mit Phos-phor erhalten werden kann, wenn neutrales phosphorsau-res Eisenoxydul in einem Strom von Wasserstoffgas gelindegeglüht wird. Eine geringe Menge Phosphoreisen in einergröfseren Menge metallischem Eisen aufgelöst, vermindertin der Kälte die Zähigkeit desselben, und verursacht, dafses bei der gewöhnlichen Temperatur der Luft leicht bricht,obgleich es bei dem Rotbglühen dieselbe Geschmeidigkeitwie gutes Eisen besitzt. Alle Eisenerze, die phosphorsaureKalkerde und besonders ein phosphorsaures Eisensalz ent-halten, geben ein phosphorhaltiges Roheisen, welches zwarzu Gufswaaren benutzt werden kann, aber welches zurBereitung von Stabeisen untauglich ist. Wenn man einsolches kaltbrüchiges Eisen in Säuren auflöst, so wird derPhosphor zu Phosphorsäure oxydirt, und wenn die freieSäure in der Auflösung entweder mit Eisenoxydul odermit einem zugesetzten Alkali gesättigt wird, so schlägtsich, nachdem die Auflösung eine Weile der Luft ausge-setzt war, ein weifses Pulver daraus nieder, welches phos-phorsaures Eisenoxyd ist. Bergman, der dieses zuerstentdeckte und fand, dafs das weifse Pulver mit Kohle zueiner stahlgrauen, metallischen Masse reducirt werdenkonnte, hielt es für ein eigenes Metall, welches er Si-derum nannte; aber Klaproth zeigte, dafs dieses Me-tall Eisen und Phosphor enthielt, und Scheele bewies,dafs das weifse Pulver phosphorsaures Eisenoxyd war.
I
gG
/Ä
&