Druckschrift 
2,1 (1826)
Entstehung
Seite
374
Einzelbild herunterladen
 

fei in einer gläsernen Retorte zusammen, wobei die Hitzenicht bis zum Glühen gehen darf, aber so lange fortge-setzt wird, dafs der überschüssig zugesetzte Schwefel ab-destillirt, so entwickelt sich schweflichtsaures Gas, und esbleibt ein dunkeles, kastanienbraunes Pulver in der Re-torte zurück, welches vom Magnet stark angezogen wird,bei einer sehr geringen Hitze sich entzündet, wie Feuer-schwamm brennt und nur langsam von Säuren zu einemOxydulsalze aufgelöst wird, wobei kein Schwefelwasser-stoffgas sich entwickelt. Diese Verbindung wird eben-falls gebildet, wenn man in schlecht verschlossenen Ge-fäßen den Schwefel austreibt, wobei die geglühete Massewährend der Abkühlung oxydulirt wird und nur weniggeneigt bleibt, mit Entwickelung von Schwefelwasserstoff-gas in Säuren aufgelöst zu werden.

Phosphoreisen.

Mit Phosphor verbindet sich das Eisen leicht, wennPhosphorsäure mit Kohlenpulver und mit Eisenfeile zusam-mengeschmolzen wird. Die Verbindung hat metallischenGlanz, ist grauweifs, spröde und ziemlich leichtflüssig.Man erhält sie in einer bestimmten Verbindungsstufe,wenn phosphorsaures Eisenoxydul mit i seines GewichtsKohlenpulver gemengt *) und in einem Tiegel mit Hülfedes Gebläses reducirt wird. Man bekommt ein geflosse-nes Metallkorn, welches die Farbe und den Glanz desEisens hat, spröde und leicht pulverisirbar ist, einen kör-nigen Bruch hat und eine etwas dunklere Farbe als derStahl besitzt. Es ist nicht magnetisch, und auch das feinstePulver desselben wird nicht vom Magnet gezogen. Die-

* ) Bei diesem Versuche mufs man einen Ueberschufs des phos-phorsauren Salzes zusetzen; denn ist die Kohle vorwaltend, sojagt sie einen Theil des Phosphors aus und man bekommt ein Ge-menge von Roheisen und Phosphoreisen. Wird dieses mit Chlor-wasserstoffsäure behandelt, so löst sich das Roheisen auf, unddas Phosphoreisea wird in Porm eines metallischen Pulvers abge-schieden.