Druckschrift 
2,1 (1826)
Entstehung
Seite
271
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Zinnoxycle.' 271

Feuerschwamm, zu verglimmen, aber mit weniger lebhaf-ter Feuererscheinung, als das wasserfreie Oxydul. DasZinnoxydul wird ohne Aufbrausen in den Säuren auf-gelöst. Das Hydrat löst sich leichter als das geglühteOxydul auf. Durch Kochen mit Wasser wird es zersetztund in schwarzes Oxydulpulver verwandelt, welches, inder Flüssigkeit gelassen, sich sehr langsam oxydirt undheller wird. Das Zinnoxydul wird von kaustischem Kaliund Natron aufgelöst, aber die Auflösung wird mit derZeit zerlegt, setzt Zinn ab und enthält Zinnoxyd in Ver-bindung mit dem Alkali. Das Zinnoxydul besteht aus83,03 Th. Zinn und 11,97 Th. Sauerstoff, oder 100 Th.Zinn nehmen 13,6 Tb. Sauerstoff auf.

b) Das Zinnoxyd kann auf verschiedenen Wegenerhalten werden, und ist, nach den verschiedenen Me-thoden seiner Darstellung, nicht allein im äufseren Anse-hen, sondern auch in seinen chemischen Eigenschaften,verschieden, wodurch ich veranlafst wurde, einige Zeitlang diese Modificationen des Zinnoxyds für zwei ver-schiedene Oxydationsstufen zu halten. Es kommt in derNatur ziemlich rein und beinahe immer krystallisirt vor,ist entweder gelbbraun oder dunkelbraun und beinaheschwarz von Farbe, und enthält ein wenig Eisenoxydulund Manganoxydul. Es ist in Säuren unauflöslich, wennes nicht vorher mit Alkali geglüht wird.

Künstlich wird das Zinnoxyd auf folgende Art er-halten :

a) Man digerirt reines metallisches Zinn mit Salpe-tersäure, wovon das Zinn in ein weifses Oxyd verwan-delt wird, welches nicht im geringsten in der Säure auf-löslich ist, und welches so lange gewaschen wird, alsnoch das durchgehende Wasser etwas freie Säure enthält.Dieses Oxyd bildet nach dem Trocknen ein weifses Pulvervon 4,933 spec. Gewicht, welches ein angefeuchtetes Lack-muspapier, worauf es gelegt wird, rölhet und, wenn esdestillirt wird, 11 Procent reines Wasser giebt. Es bleibthierbei ein dunkles Oxyd zurück, welches nach dem Ab-kühlen hellgelblich wird, und, nach dem Glühen, auf