238
Kupfer.
fährt, als das feinste Mehl auf die Schaufel herunter fällt.Man nennt dieses Kupferpulver, welches aus lauter sphä-rischen Körnern besteht, Spritzkupfer*).
Das reine Kupfer hat eine rothe Farbe, und ertheilt,mit schwitzigen Händen angefafst, denselben einen eige-nen, höchst unangenehmen Geruch Es ist eines dergeschmeidigsten Metalle. Es kann zum dünnsten Blaiteausgehämmert und zum feinsten Drath ausgezogen wer-den. Dabei hat es doch einen sehr starken Zusammenhang,so dafs ein Kupferdrath von Zoll im Durchmesser,
nach von Sickingen, ein Gewicht von 302 Pfund tragenkann, ohne zu zerreifsen. Das Kupfer schmilzt bei 27 Py-rometergraden, oder gegen —J— 7SS° des Thermometers,und krystallisirt beim langsamen Erkalten. Nach See-becks Angabe gehören die Krystalle, welche sich beimErkalten in schmelzendem Kupfer bilden, nicht zu demregulären Systeme, sondern zu dem rhomboedrischen, wäh-rend dagegen die im Mineralreiche vorkommenden unddie durch Fällung mit Eisen auf nassem Wege gebilde-ten (Cämentkupfer) dem regulären Systeme angeboren.Nach dieser ungleichen Form nehmen die Krystalle auchungleiche Stellen in der thermoelektrischen Reihe ein.Bei der Rotbgliihhitze ist es wenig geschmeidig. DasKupfer ist einer der besten Leiter der Wärme, und diefsist vermuthlich die Ursache, weshalb Formen, worin Ku-
*) Lucas, welcher fand, dafs das Silber im Schmelzen Sauerstoffaufnimmt, den es im Augenblick des Erstarrens wieder abgiebt,hat wahrscheinlich zu machen gesucht, dafs dieses auch mit demKupfer der Fall sei, woraus denn folgen würde, dafs die Entwik-kelung von Sauerstoffgas diese Erscheinung verursache; derselbehat die Entwickelung des Sauerstoffgases dadurch zu beweisengesucht, dafs Kupfer, in Wasser gegossen, das Wasser mit Hef-tigkeit umherschleudert, welches von einer schnellen Gasentwik-kelung herrühren würde. Aber Cliaudet hat gezeigt, dafs oxy-dationsfähigere Metalle als Kupfer, z. 13. Zink, Wismulh, Anti-mon, dieselben Explosionen machen, wenn sie in glühendem Zu-stande in’s Wasser gegossen werden, und dafs ein geringer Ge-halt, z. B. von 2 Procent Kupfer im Silber, letzteres hindert,Sauerstoffgas aufzunehmen und zu spritzen. Mau glaubt, dafsdurch das Umrühren des geschmolzenen Kupfers mit dem hölzer-nen Stock, wegen der daraus entwickelten brennbaren Gase, derSauerstoff weggenommen werde.