Druckschrift 
2,1 (1826)
Entstehung
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Zinnober.

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Nach Verlauf dieser Zeit wird nicht mehr Wasser zuge-gossen, sondern man läfst die Masse unter fortgesetztemReiben sich concentriren. Sie wird nun allmählich röther,nimmt eine gelatinöse Consistenz an und erhält sehr schnelleine vorzüglich schöne, rothe Farbe. Das Gefäfs wird dannsogleich vom Feuer genommen, weil beim fortgesetztenErwärmen die Farbe wieder in ein schmutziges Braunverwandelt wird.

Man hat das Rothwerden der Verbindung dem Ver-lust einer geringen Portion Wasserstoff zugeschrieben, undPaysse behauptet, dals der nicht ganz rothe Zinnoberdiese Farbe annimmt, wenn er, zum feinen Pulver gerie-ben und mit Wasser übergossen, während vier Wochenan einen feuchten Ort gestellt und unter dieser Zeit oftumgerührt wird. Berthollet fand ebenfalls, dals dermit Schwefelwasserstoffgas erhaltene schwarze Niederschlagnach einiger Zeit in der Flüssigkeit eine rothe Farbe an-nahm. — Der Zinnober wird beim Glühen in offenerLuft zersetzt, giebt metallisches Quecksilber und schwef-lichtsaures Gas. Geglüht mit kaustischen, feuerfesten Alka-lien, alkalischen Erden, mit den meisten anderen Me-tallen oder mit ihren Oxyden, wird er zersetzt, und inallen diesen Fällen destillirt metallisches Quecksilber über.Er wird weder von Schwefelsäure, Salpetersäure, Chlor-wasserstoffsäure, noch von den Auflösungen kaustischerAlkalien angegriffen; aber in Königswasser wird er auf-gelöst, und mit Chlor verbindet er sich unter Eeuer-erscheinung, wobei sich Quecksilberchlorid und Chior-schwefel bilden. Der Zinnober wird allgemein alsschöne rothe Malerfarbe angewandt, wobei der aus Chinauns zugeführte sich durch eine sehr hohe und schöneFarbe besonders auszeichnet. Seine Farbe wird gemeinig-lich um so schöner, je feiner er vertheilt ist. Er wirdmit Mennige verfälscht, welches jedoch, so wie beimOxyd, vor dem Löthrohr oder mit Salpetersäure entdecktwird. In der Medicin wird der Zinnober zum Räucherigbei syphilitischen Krankheiten, und zum Färben verschie-dener Arzeneimiltel angewandt.